Gewerkschaftshaus Kiel, Gewerkschaftsgebäude im Stadtteil Damperhof, Kiel, Deutschland.
Das Gewerkschaftshaus Kiel ist ein Backsteingebäude mit Sandsteinelementen, das der Architekt Carl Voss an der Legienstraße 22-24 im Zentrum Kiels entwarf. Die Fassade zeigt robuste handwerkliche Qualität, und das Innere bietet große Säle und Versammlungsräume mit hohen Decken.
Arbeiter finanzierten den Bau durch den Kauf von Anteilsscheinen; am 4. Oktober 1904 wurde der Grundstein an der Fährstraße gelegt, die 1923 in Legienstraße umbenannt wurde. Carl Legien übergab das Haus am 26. Juli 1907 seiner Bestimmung. 1926 ergänzte Arnold Bruhn einen Anbau zur Muhliusstraße mit Klinkerexpressionismus-Fassade und Figurenschmuck von Franz Schweighofer. Am 2. Mai 1933 besetzten Nationalsozialisten das Haus; 1947 kauften die Gewerkschaften es zurück.
Die Straße am Haus heißt Legienstraße nach Carl Legien, der es 1907 seiner Bestimmung übergab; zuvor hieß sie Fährstraße, den Namen Legienstraße trägt sie von 1923 bis 1933 und wieder seit 1947. Im Haus führt die Gaststätte Legienhof die ursprüngliche Funktion als Ort des Essens und Treffens fort. Am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2017, wurde dort Tina Schwichtenbergs Kunstwerk „Mein roter Frauensalon“ ausgehängt.
Das Haus in der Legienstraße 22–24 ist Arbeitssitz des DGB, mehrerer Einzelgewerkschaften und von Arbeit und Leben Schleswig-Holstein; auch die Kieler SPD tagt hier. Ein Museum ist es nicht, es gibt also keine Besuchszeiten oder Führungen; öffentlich zugänglich ist vor allem die Gaststätte Legienhof. Die Gedenktafeln an der Fassade sind von der Straße aus zu lesen.
Albert Einstein hielt hier am 15. September 1920 einen Vortrag über seine Relativitätstheorie, nachdem die hiesige Universität ihn abgelehnt hatte. Dieses Ereignis zeigt, wie das Gewerkschaftshaus wichtige intellektuelle und wissenschaftliche Debatten aufnahm, die in akademischen Kreisen zunächst umstritten waren.
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