St. Johannis, Lutherische Kirche in Malente, Deutschland
St. Johannis ist eine romanische Kirche in Malente-Neukirchen mit einem eingezogenen Chor, der in einer kleinen halbrunden Apsis endet, und einem 40 Meter hohen Rundturm im Westen, der als Wehrturm diente. Die Mauern bestehen überwiegend aus Feldsteinen, die östlichen Giebeldreiecke von Langhaus und Chor aus Backstein, das Satteldach ist mit Dachziegeln gedeckt. Das Schiff wird an den Langseiten durch je vier kleine, hochsitzende Rundbogenfenster belichtet.
Der Bau begann im 12. Jahrhundert, wohl kurz nach der Eroberung Wagriens durch die sächsischen Holsten 1138/39; der Plan stammt vom flämischen Chorherrn Volchart (1090–1154), die Kirche wurde Johannes dem Täufer geweiht. Im 15. Jahrhundert wurde eine Glocke angeschafft, 1553 eine Orgel eingebaut. Der Turm wurde 1956–1958 und 1995 restauriert, das Schiff 2011–2012; 2008 überstand die historische Glocke einen Absturz und wurde in einem neuen hölzernen Glockenstuhl aufgehängt.
Die Kirche ist Johannes dem Täufer geweiht und gehört mit Bosau, Süsel und Ratekau zur Gruppe der „Vicelinkirchen“. Die hölzerne Kanzel von 1626 schufen Neukirchener Einwohner selbst; ihre vergoldeten plattdeutschen Inschriften auf rotem Grund sind an den Gesimskränzen bis heute zu lesen.
Die Kirche steht in Neukirchen, einem Ortsteil der Gemeinde Malente, und ist geostet; der 40 Meter hohe Rundturm liegt im Westen. Die Turmkapelle im Erdgeschoss ist nur durch das Schiff zugänglich. Das Schiff erschließt an der Südseite ein zweifach abgestuftes Backsteinportal. Der Ort liegt im ostholsteinischen Seenland und ist über Straßen von Malente aus erreichbar.
Ältestes Ausstattungsstück ist der romanische Taufstein aus Granit, der seit der Renovierung 2012 in der Südostecke des Schiffs steht; zuvor war er in der Turmkapelle, wo der Taufengel verblieb. Der Turm beherbergt ein Dreiergeläut im Gloria-Motiv, dessen älteste Glocke 1,3 Tonnen wiegt und aus dem 15. Jahrhundert stammt.
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