Straße der Toleranz, Religiöser Architekturkomplex in Calenberger Neustadt, Deutschland.
Die Straße der Toleranz ist ein architektonisches Ensemble in Hannovers Calenberger Neustadt mit vier verschiedenen Religionsgebäuden aus unterschiedlichen Epochen. Das Areal vereint eine lutherische Kirche, ein katholisches Gotteshaus, einen jüdischen Betsaal und eine reformierte Kapelle, die jeweils eigene Baustile und Innenräume aufweisen.
Das Ensemble entstand zwischen 1870 und 1938, nachdem ein Erlass von 1588 Nicht-Lutheraner aus Hannovers Innenstadt gedrängt hatte. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften erbauten ihre Gebetshäuser daraufhin in diesem Außenviertel und schufen so ein Gebiet religiöser Vielfalt.
Der Name "Straße der Toleranz" bezieht sich auf das friedliche Nebeneinander verschiedener Glaubensgemeinschaften in diesem Viertel. Heute sieht man noch die unterschiedlichen Gebetsräume, die zeigen, wie verschiedene Religionen lange Zeit in derselben Gegend lebten und ihre Häuser nah beieinander standen.
Die Gebäude sind zu Fuß leicht erreichbar und liegen in unmittelbarer Nähe zu Bushaltestellen und Straßenbahnlinien Hannovers. Viele der Kirchen und Gedenkstätten bieten geführte Besichtigungen an, wodurch Besucher die Räume von innen entdecken können.
Die Synagoge des Ensembles wurde 1938 zerstört, doch ihre Existenz lebt in einem Gedenkstein von 1958 und einem Monument von 1978 weiter. Diese Denkmäler erinnern Besucher an die jüdische Gemeinde, die einst an diesem Ort lebte und betete.
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