Harzkornmagazin, Rathaus in einem ehemaligen Kornmagazin in Osterode am Harz, Deutschland
Das Harzkornmagazin ist ein ehemaliges barockes Kornmagazin in Osterode am Harz, heute Rathaus. Die weiß verputzte Fassade hat rotbraune Steingewände und ein steiles Schieferdach mit kleinen Gauben; über einem rundbogigen grünen Tor sitzt ein Dreiecksgiebel mit Reliefs. Die breite Front zeigt Sandsteinecken, die vergoldete Inschrift „UTILITATI HERCYNIAE“ und einen Giebel mit geschnitztem Wappen.
Die Pläne für ein Kornmagazin stammten von 1704 und wurden 1712 bestätigt; der Bau begann 1720 unter Christian Georg Vick nach dem Tod seines Bruders Sudfeld und wurde 1722 mit Kosten von 25.738 Talern vollendet. Bis 1911 lagerten auf sieben Ebenen bis zu 2000 Tonnen Brotgetreide; im Zweiten Weltkrieg wurde das Dach beschädigt, als die nahe Johannistorbrücke gesprengt wurde, und ab 1984 erfolgte der Umbau zum Rathaus, das 1989 eröffnete.
Über der roten Steinplatte mit der Jahreszahl 1782, die von der Errichtung auf Kosten Georgs III., König und Kurfürst, berichtet, steht vergoldet „UTILITATI HERCYNIAE“. Das im Harzvorland und in Sachsen gekaufte Korn wurde an Bergleute und Hüttenarbeiter zu festen Preisen abgegeben, auch wenn die Marktpreise stiegen.
Der Eingang des Rathauses ist die frühere Tordurchfahrt, heute eine restaurierte Halle, von der Türen zu beiden Gebäudeteilen und zu den Aufzügen führen. Die vergoldete Inschrift „UTILITATI HERCYNIAE“ und die Tafel mit Georg III. und 1782 sitzen hoch an der Fassade und sind von der gegenüberliegenden Straßenseite am besten zu lesen. Das Gebäude liegt an der Söse und am Mühlengraben, nahe der früheren Johannistorbrücke.
Die 16 Meter langen Binderbalken des Hauses hatten sich unter der Last des eingelagerten Getreides gesenkt; als 1984 die Dielen entfernt wurden, richteten sie sich fast wieder in ihre ursprüngliche Form auf, sodass der geplante Gefälleausgleich entfiel. Der Rohbau von 1722 kostete 25.738 Taler statt der veranschlagten 15.000.
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