Schachtrupp-Villa, Denkmalgeschützte Villa in Osterode am Harz, Deutschland
Die Schachtrupp-Villa ist ein kubischer Fachwerkbau mit horizontalem Bretterbeschlag auf einem Natursteinsockel. Die siebenachsige Nordseite hat einen Portikus mit vier Säulen, einen Balkon mit schmiedeeisernem Geländer und eine Freitreppe; alle vier Seiten zeigen einen dezent vorgesetzten Mittelrisalit. Ein eckiger Dachaufbau belichtet eine Wendeltreppe, die vom Keller bis zum Dachgeschoss reicht, mit vier Türen pro Etage und einem Festsaal im Obergeschoss.
Der Bau begann 1819 durch den Industriefabrikanten Johann Friedrich Schachtrupp, der eine Bleiweiß-Fabrik gründete, und sein Sohn vollendete ihn 1828. Das Gebäude dokumentiert die Industrialisierung der Region und die Entwicklung des Ortes als Wirtschaftszentrum im 19. Jahrhundert.
Die Villa wurde nach ihrem Gründer Johann Friedrich Schachtrupp benannt, einem industriellen Unternehmer, der die Region prägte. Der Name ist heute noch in der Erinnerung der Bürger lebendig und verbindet das Gebäude mit der lokalen Wirtschaftsgeschichte.
Die Villa steht an der Dörgestraße 40 im Kurpark, neben dem Tilman-Riemenschneider-Gymnasium, der Stadthalle und dem Bahn-Haltepunkt Osterode am Harz Mitte. Die früheren Kavaliershäuser, Marställe und Reitställe des Anwesens sind nicht erhalten; an ihrer Stelle befindet sich heute ein Parkplatz. Das Gebäude ist als Baudenkmal mit der ID 34156320 verzeichnet.
Der Parkettboden des Festsaals blieb während der jahrzehntelangen Schulnutzung unter einem Kunststoffboden verborgen und ist so im Original erhalten. Der Saal zieht sich über die gesamte Breite des Mittelrisaliten und hat eine Tür zum Balkon.
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