Villa Knagge, Denkmalgeschütztes Wohngebäude in Wildeshausen, Deutschland
Die Villa Knagge ist ein 1852–1853 in den Formen des Spätklassizismus errichtetes Wohngebäude in Wildeshausen. Ihr heutiges Aussehen bestimmen die hölzerne Vorhalle mit Portikus von 1878, das Giebelmosaik und der Jugendstilfries von 1906. Am Ostgiebel über dem Erdgeschossfenster ist ein Reliefband mit Kreisornament erhalten.
Der in Java reich gewordene Kaufmann Johannes Knagge (1807–1893) ließ die Villa 1852–1853 auf einem etwa 10 Morgen großen Grundstück vor Wildeshausen errichten. 1878, im Jahr seiner endgültigen Rückkehr, kam der hölzerne Terrassenvorbau hinzu. Sein Sohn August modernisierte das Haus 1906 mit Heizung, Hauswasserversorgung, Bad und WC.
Die Villa trägt den Namen der Familie Knagge, die sie errichten ließ. Johannes Knagge hatte zwischen 1838 und 1851 als Kaufmann auf Java ein Vermögen erworben; die 1878 ergänzte hölzerne Vorhalle ist von javanischen Pflanzerhäusern und Schweizer Bauernhäusern beeinflusst, wohl auch von der Veranda des Marine Hotel in Batavia, in dem Knagge zeitweise gewohnt hatte.
Die Villa Knagge steht an der Ahlhorner Straße 10 in Wildeshausen. Seit 2021 gehört sie einer Sozietät von Rechtsanwälten und Notaren, die sie sanierten und dort ihre Kanzlei betreiben; die umfangreichen Arbeiten endeten im September 2025. Das Gebäude ist ein geschütztes Denkmal und nicht öffentlich zugänglich, daher betrachtet man es am besten von der Straße aus.
Das Giebeldreieck trägt ein von Hand gefertigtes Glasmosaik aus München, das betende Engel um ein Herz Jesu zeigt. Der Mosaikkünstler Simon Theodor Rauecker schuf es eigens für diese Villa.
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