Friedhof Wismar, Gartenmonument Friedhof in Wismar, Deutschland.
Der Friedhof Wismar ist eine schmale, ost-westlich ausgerichtete Begräbnisstätte südlich der Altstadt, die durch die Schweriner Straße in den größeren Ostfriedhof und den kleineren Westfriedhof geteilt wird. Ab 1832 angelegt, geht die gärtnerische Gestaltung auf den Architekten I. G. Borgward zurück; alter Baumbestand ist erhalten. Zum Friedhof gehören der Alte Friedhof und 20 Einzeldenkmale, darunter die Martenskapelle von 1832 und das klassizistische Leichenwärterhaus von 1832/33.
Am 14. September 1831 beschlossen Rat und Bürgerschaft Wismars einen neuen Friedhof, der ab 1832 südlich der Altstadt auf Flächen der früheren Stadtbefestigung angelegt wurde. Die gärtnerische Gestaltung folgte Plänen des Architekten I. G. Borgward. Der Kaufmann Johann Gottfried Martens, Mitglied der Friedhofskommission, trieb das Vorhaben voran und ließ 1832 die neoklassizistische Grabkapelle seiner Familie als östliche Begrenzung errichten; die Friedhofskapelle entstand in den 1940er Jahren nach Plänen des Hamburger Architekten Konstanty Gutschow.
Auf dem Friedhof liegt ein in den 1960er Jahren angelegter Ehrenhain der Kämpfer für den Sozialismus. Gedenktafeln erinnern dort an die im KZ Dachau ermordeten Kommunisten Johann Frehse und Ernst Scheel sowie an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde. Ein Gedenkstein von 1921 auf der Ostseite gilt den erschossenen Arbeitern, die 1920 beim Kapp-Putsch die Republik verteidigten.
Der Friedhof liegt südlich der Wismarer Altstadt, geteilt durch die Schweriner Straße: Der größere Ostfriedhof ist über den Wiesenweg erreichbar, der kleinere Westfriedhof direkt von der Straße. Die Anlage verläuft schmal in Ost-West-Richtung, sodass ein Rundgang nacheinander den Alten Friedhof, den Ost- und den Westfriedhof berührt. Martenskapelle und Leichenwärterhaus von 1832/33 stehen im älteren Teil.
Auf dem Friedhof liegen 36 Zwangsarbeiter begraben, die im Zweiten Weltkrieg starben, an der Schweriner Straße; ein Gedenkstein von 1947 auf dem Westfriedhof erinnert an sie. Viele hatten in der Triebwagen- und Waggonfabrik oder den Dornier-Flugzeugwerken gearbeitet. Ein Stein von 1921 auf der Ostseite ehrt dagegen die erschossenen Arbeiter, die 1920 beim Kapp-Putsch die Republik verteidigten.
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