Kornhaus, Mittelalterlicher Kornspeicher am Domplatz, Meißen, Deutschland
Das Kornhaus am Domplatz 1 ist ein mehrgeschossiges Steingebäude mit steilem Dach auf dem Schlossberg in Meißen, Sachsen. Die Konstruktion zeigt typische Merkmale sächsischer Bauweise aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert.
Der Bau entstand 1494, als die mittelalterliche Festung in ein Schloss umgewandelt wurde und Platz für Getreidespeicherung und Wachposten benötigt wurde. Die Fundamente wurden direkt auf den Felsen des Burgbergs gesetzt, was besondere Bauverfahren erforderte.
Das Gebäude trägt seinen Namen nach seiner ursprünglichen Funktion als Speicher für Getreidevorräte, die auf der Anhöhe gelagert wurden. Später nutzte es König Johann von Sachsen für Wohnzwecke, wodurch die Innenräume ihre heutige Gestalt erhielten.
Das Kornhaus steht auf dem Burgberg über der Altstadt, nahe der Albrechtsburg und dem Domgelände, und ist zu Fuß über die Wege des Burgbergs erreichbar. Die Emma-und-Otto-Horn-Stiftung kaufte es im Dezember 2023; der erste Bauabschnitt der Dachsanierung begann am 30. September und soll im Mai 2025 abgeschlossen sein. Die Putzarbeiten im zweiten Abschnitt dauern wohl bis 2026, daher kann die Fassade teilweise eingerüstet sein. Seit 2008 steht das Haus leer und ist nicht zugänglich.
Die Lage direkt auf gewachsenem Fels stellte die Baumeister vor besondere Herausforderungen und verlangte Ingenieurskunst, um die Stabilität auf dem erhöhten Gelände zu sichern. Diese Bauweise ist auf dem Schlossberg bis heute sichtbar und prägt die Struktur des Hauses.
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