Ärmelkanal, Meer zwischen Südengland und Nordfrankreich
Der Ärmelkanal erstreckt sich über eine Länge von 560 Kilometern zwischen der Südküste Englands und der Nordküste Frankreichs und verbindet die südliche Nordsee mit dem Atlantik. Die Wassertiefe variiert stark, erreicht an manchen Stellen 180 Meter und verläuft über einen Meeresgrund mit Senken, Rinnen und flachen Bereichen, die sich mit den Gezeiten verändern.
Während des Zweiten Weltkriegs überquerten 1944 alliierte Streitkräfte den Kanal von England zu den Stränden der Normandie, ein Ereignis, das als D-Day in die Geschichte einging. Diese Invasion markierte den Beginn der Befreiung Westeuropas und veränderte den Verlauf des Krieges entscheidend.
In vielen Küstenstädten auf beiden Seiten gehören die Fischer seit Generationen zur örtlichen Identität, und man sieht morgens noch immer Boote, die zum Fang ausfahren. An den Häfen versammeln sich Einheimische, um den Tagesfang zu begutachten, Netze zu flicken und über das Wetter zu sprechen, während Restaurants frischen Fisch direkt von den Schiffen kaufen.
Schiffe folgen fest zugewiesenen Verkehrswegen, die den Wasserweg in getrennte Richtungsspuren unterteilen, um Kollisionen zu vermeiden. Mehr als 500 Schiffe befahren den Kanal täglich, sodass man von den Küsten aus fast immer Frachter, Fähren oder Tanker in der Ferne beobachten kann.
Unter dem Wasser verlaufen Überreste alter Flusstäler und Landbrücken, die während der letzten Eiszeit Großbritannien mit dem europäischen Festland verbanden. Diese versunkenen Landschaften lassen sich in geologischen Karten nachvollziehen und zeigen, dass Menschen und Tiere einst trockenen Fußes hinüberwanderten.
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