Cambrai, Historische Stadt im Département Nord, Frankreich
Cambrai ist eine Stadt im Département Nord in Nordfrankreich, die sich entlang des Flusses Schelde ausdehnt und heute rund 32.000 Einwohner zählt. Der historische Kern verbindet Kopfsteinpflasterstraßen mit Überresten mittelalterlicher Befestigungen und einem Glockenturm aus dem 14. Jahrhundert, der zum Welterbe zählt.
Im fünften Jahrhundert wurde die Siedlung Hauptstadt des gallisch-römischen Stammes der Nervier und entwickelte sich ab dem sechsten Jahrhundert zu einem wichtigen geistlichen Zentrum mit eigener Diözese. Über die folgenden Jahrhunderte wechselte die Stadt mehrfach zwischen burgundischer, spanischer und französischer Herrschaft, bis sie 1678 endgültig dem französischen Königreich zugeschlagen wurde.
Die Stadt trägt ihren Namen vom römischen Begriff Camaracum und diente über Jahrhunderte als Bischofsstadt mit weitreichendem kirchlichen Einfluss. Heute erinnern die Kathedrale und mehrere Kapellen an diese lange religiöse Prägung, die noch immer das Stadtbild bestimmt.
Die Altstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden, wobei der Glockenturm als Orientierungspunkt dient und die meisten Sehenswürdigkeiten in kurzer Distanz voneinander liegen. Wer den Ort besucht, findet entlang der Hauptstraßen Cafés und kleine Geschäfte, in denen man regionale Spezialitäten wie Betises de Cambrai probieren kann.
Im November 1917 fand hier die erste großangelegte Panzeroffensive der Geschichte statt, bei der über 400 britische Kampfpanzer gleichzeitig eingesetzt wurden. Dieses Ereignis veränderte die militärische Strategie grundlegend und machte den Ort zu einem Wendepunkt in der Kriegsführung des zwanzigsten Jahrhunderts.
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