Saint-Médard, Mittelalterliches Kloster in Soissons, Frankreich.
Die Abtei St. Medard ist ein ehemaliges Benediktinerkloster in Soissons, dessen Überreste aus Krypten und Steinfundamenten bestehen, die mehrere unterirdische Ebenen durchziehen. Die archäologische Stätte liegt nahe dem Stadtzentrum und bewahrt Spuren aus verschiedenen Epochen ihrer langen Besiedlung.
König Chlotchar I. gründete das Kloster 557, um die Reliquien des Heiligen Medard zu bewahren und machte es zu einer der größten religiösen Institutionen des frühen Mittelalters. Das Kloster wuchs über Jahrhunderte hinweg und prägte die kirchliche Landschaft in Nordfrankreich erheblich.
Die Abtei bewahrte die Reliquien des heiligen Medardus, Bischof von Noyon und Tournai, und die 826 von Abt Hilduin überführten Reliquien des heiligen Sebastian, die Pilger aus ganz Europa anzogen. Der Grablegende zufolge trug Chlothar I. den Leichnam Medards selbst und schenkte das Gut Crouy für die Gründung. Im Turm der Ringmauer soll Abaelard, wegen seiner Schriften verurteilt, eingekerkert gewesen sein.
Von der Abtei sind nur Ruinen erhalten: die Krypta, das Haupttor und ein Turm der umgebenden Mauer. Der Legende nach war in diesem Turm Abaelard eingesperrt, verurteilt wegen seiner Schriften. Die Anlage liegt knapp außerhalb der Grenzen von Soissons, auf dem Gut Crouy, wo Chlothar I. das Kloster gründete.
Aus dem Skriptorium des Klosters stammt das „Evangeliar von Saint-Médard“, eine karolingische Handschrift, die in den letzten Regierungsjahren Karls des Großen an der Hofschule von Aachen entstand. Die überdimensionierten Evangelistenporträts und die Farbgebung machen sie zu einem der aussagekräftigsten Zeugnisse der Buchmalerei des frühen 9. Jahrhunderts. Der Legende nach war Abaelard, wegen seiner Schriften verurteilt, im erhaltenen Turm der Klostermauer eingesperrt.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.013 Mitwirkenden weltweit.