Saint-Guilhem-le-Désert, Mittelalterliches Dorf im Hérault-Tal, Frankreich
Saint-Guilhem-le-Désert ist ein Dorf im Hérault-Tal, das sich dort ausbreitet, wo der Fluss Gellone in den Hérault mündet, mit Steinhäusern unter roten Ziegeldächern entlang enger, gewundener Gassen. Die Gebäude schmiegen sich an die Hänge, und schmale Durchgänge führen zu kleinen Höfen, wo man zwischen altem Mauerwerk hindurchgeht und oft auf offene Brunnen oder überdachte Treppen stößt.
Im Jahr 804 gründete Wilhelm von Aquitanien hier ein Kloster, das er Gellone nannte, und zog sich dann vom Kriegsdienst zurück, um als Mönch zu leben. Nach seinem Tod kamen viele Pilger, weil die Abtei ein Stück vom Kreuz aufbewahrte, das Karl der Große geschenkt haben soll.
Der Name geht auf Wilhelm von Aquitanien zurück, der sich nach seinem Rückzug vom Hof hier als Mönch Guilhem niederließ. Das Dorf liegt am Jakobsweg, und noch heute gehen Pilger durch die engen Gassen und rasten auf den Plätzen, bevor sie ihre Wanderung fortsetzen.
Man kann durch die Gassen gehen und dabei die Stufen und Durchgänge zwischen den alten Steinhäusern erkunden, die sich an den Hang klammern. Das Tal ist im Sommer heiß, daher ist ein Besuch am Morgen oder späten Nachmittag angenehmer, wenn die Schatten länger werden und die Luft kühler ist.
Während der Revolution wurden Teile des Klosterkreuzgangs verkauft und über den Atlantik verschifft, sodass man heute einige der alten Säulen und Bögen in einem Museum in New York wiedersehen kann. Diese Stücke stehen dort neben anderen mittelalterlichen Fragmenten und erinnern Besucher auf beiden Kontinenten an die Architektur dieser Abtei.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.
