Er Lannic, Insel in Frankreich
Er Lannic ist eine kleine Insel in der Nähe von Arzon mit zwei großen neolithischen Steinkreisen, die teilweise unter Wasser liegen. Der südliche Kreis misst etwa 61 Meter im Durchmesser, der nördliche etwa 66 Meter, beide bestehen aus ungefähr 114 aufgerichteten Steinen, die zu rituellen oder religiösen Zwecken in die Erde gesetzt wurden.
Diese Steinkreise entstanden in der Jungsteinzeit, Tausende von Jahren vor unserer Zeit, möglicherweise als Begräbnis- oder Zeremonienplätze. Im 20. Jahrhundert untersuchte der Archäologe Zacharie le Rouzic die Strukturen und rekonstruierte sie teilweise, wodurch Tausende von Keramikfragmenten und besondere Kelche mit Sockelbasen enthüllt wurden.
Er Lannic trägt den Namen einer bretonischen Legende und zeigt in seiner Anordnung der Steine die Wertschätzung der frühen Bewohner für rituelle Orte. Die Lage zwischen anderen antiken Denkmälern deutet darauf hin, dass diese Insel Teil eines größeren spirituellen oder zeremoniellen Netzwerks war, das die Landschaft prägte.
Die Insel ist heute ein Vogelschutzgebiet und Besucher können nicht an Land gehen, aber die Steinkreise sind bei Bootsfahrten sichtbar. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist bei Ebbe, wenn mehr der Strukturen aus dem Wasser auftaucht, und es wird empfohlen, mit Wasser und Verpflegung zu kommen, da es auf der Insel keine Einrichtungen gibt.
Ein bemerkenswertes Merkmal ist, dass einer der Steinkreise aufgrund des Meeresspiegelanstiegs seit der Antike nur noch bei Ebbe sichtbar ist. Diese Veränderung zeigt, wie sich die Landschaft über Tausende von Jahren verändert hat und macht jeden Besuch zu einer visuellen Reise durch die Erdgeschichte.
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