Hôtel-Dieu de Caen, Mittelalterliches Krankenhaus in Caen, Frankreich
Das Hôtel-Dieu de Caen war ein im 11. oder 12. Jahrhundert in der rue Saint-Jean gegründetes Hospital, das nach seiner Verlegung im 19. Jahrhundert in die ehemalige abbaye aux Dames abgebrochen wurde. Sein erhaltenes Portal, wieder an einer Fassade des musée des antiquaires aufgebaut, zeigt einen Rundbogen mit Keilsteinen und Schlussstein, eine Tafel mit der Aufschrift „HOTEL DIEU“ und einen geschwungenen Giebel mit Volutenornament und zentralem Gesicht.
Die erste Erwähnung des Hôtel-Dieu stammt von 1160; Heinrich II. von England gilt als eigentlicher Gründer, doch möglicherweise hatte Wilhelm der Eroberer bereits eine Vorgängereinrichtung eröffnet. Im 19. Jahrhundert zog das Hospital in die ehemalige Abbaye aux Dames um, und das ursprüngliche Gebäude in der rue Saint-Jean wurde abgerissen. Sein Portal wurde gerettet und an einer Fassade des musée des antiquaires wieder aufgebaut; seit dem 13. Juni 1927 ist es als Monument historique eingetragen.
Der Name Hôtel-Dieu, „Herberge Gottes“, bezeichnet ein karitatives Haus, kein Krankenhaus im heutigen Sinn. Die Pflege ging von zehn Ordensbrüdern ab 1323 an Nonnen über; 1629 schloss die Stadt einen Vertrag mit der Madeleine in Rouen, die eine Priorin und zwei Schwestern sandte. Eine Bulle von 1637 unterstellte diese Schwestern dem Bischof von Bayeux, gegen den Willen des Priors.
Das Gebäude des alten Hôtel-Dieu in der rue Saint-Jean existiert nicht mehr; sein Portal wurde gerettet und an einer Fassade des Musée des Antiquaires (ehemaliges Collège du Mont) wieder aufgestellt. Das Portal ist seit dem 13. Juni 1927 als Monument historique eingetragen. Das heutige aktive Krankenhaus ist das Hôpital Clemenceau (CHR), erbaut Anfang des 20. Jahrhunderts, nicht der Portalstandort.
Ein bemerkenswertes Merkmal war das Sicherheitssystem der Schatzkammer, die mit zwei Schlössern versperrt wurde, von denen zwei Personen jeweils einen Schlüssel hielten. Dieses System verhinderte, dass jemand einzeln auf die wertvollen Bestände zugreifen konnte.
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