Hôtel de Beaumont, Privatpalais in Valognes, Frankreich.
Das Hôtel de Beaumont ist ein langer Bau an der Ecke rue du Petit-Versailles und rue Barbey-d'Aurevilly in Valognes, dessen 50 Meter lange Fassade parallel zur letzteren verläuft. Ein gerundeter Mittelrisalit mit übereinander gestellten dorischen und ionischen Säulen, schmiedeeisernem Balkon und geschwungenem Giebel mit Wappenschilden trennt einen linken Flügel aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von einem rechten Flügel des 18. Jahrhunderts. Im Inneren überspannt eine doppelläufige Wendeltreppe eine sechs Meter lange Steinbrücke.
Das Herrenhaus wurde zwischen 1767 und 1771 von Architekt Raphaël de Lozon erbaut und ersetzte dabei einen älteren Steinerker, der der Familie Jallot gehörte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude von deutschen Besatzungstruppen beschlagnahmt.
Der Name des Hauses geht auf Charles Jallot zurück, Graf von Beaumont-Hague, der um 1695 den älteren Steinpavillon erwarb und mit dessen Erweiterung begann. Jules Barbey d'Aurevilly ließ hier seine Erzählung Le dessous des cartes d'une partie de whist spielen, nicht einen Roman. Im Inneren sind ein Érard-Pianoforte von 1811 in Cembaloform und ein Reisebesteck der Amantine de Bordeaux de Marville (1791-1869) zu sehen.
Das Herrenhaus ist vom 1. Juli bis 15. September sowie an Frühlingswochenenden zu besichtigen; Gruppen werden ganzjährig empfangen. Der Haupthof öffnet zur Rue Barbey-d'Aurevilly, der französische Garten liegt dahinter, östlich des Hauptgebäudes.
Die Wehrmacht beschlagnahmte das Herrenhaus und richtete dort eine Offiziersmesse ein; 1944 wohnte Feldmarschall Erwin Rommel im Haus. Bei den Bombardierungen im Juni 1944, die Valognes verwüsteten, wurde es beschädigt und vom Grafen Xavier de Florian wiederhergestellt.
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