Rue des Rosiers, Historische jüdische Straße im Marais, Paris, Frankreich.
Die rue des Rosiers ist eine Fußgängerstraße in Paris, die im vierten Arrondissement auf einer Länge von 303 Metern die Rue Malher mit der Rue Vieille du Temple verbindet. Zwischen Buchhandlungen, Feinkostläden und Schmuckateliers reihen sich niedrige Fassaden mit schmiedeeisernen Balkonen und bemalten Holztüren aneinander.
Im Mittelalter siedelten sich hier jüdische Handwerker an, die nach wiederholten Vertreibungen im 19. Jahrhundert eine dauerhaftere Gemeinde bildeten. Nach 1945 wanderten aschkenasische und sephardische Familien ein, die dem Viertel sein heutiges Gepräge gaben.
Der Name geht auf mittelalterliche Rosengärten zurück, die einst entlang dieser Achse blühten. Heute prägen zweisprachige Ladenschilder, religiöse Buchhandlungen und das Aroma frisch gebackener Challot die Atmosphäre am Freitagabend vor dem Schabbat.
An Wochentagen ist die Straße vormittags am ruhigsten, während nachmittags und abends mehr Besucher unterwegs sind. Restaurants und Bäckereien öffnen sonntags durchgehend, was unter der Woche nicht immer der Fall ist.
Mehrere Fassaden tragen noch heute kleine Mesusa-Kapseln neben den Türpfosten, ein Zeichen religiöser Tradition im öffentlichen Raum. Die Straße ist eine der wenigen in Paris, die offiziell zweisprachige Beschilderung führt.
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