Maison Diamantée, Privathaus im Alten Hafen Viertel, Marseille, Frankreich
Die Maison Diamantée ist ein viergeschossiger Steinbau in der rue de la Prison, direkt hinter dem Rathaus von Marseille. Ihre hellbeige Fassade ist ganz mit vorspringenden, rau behauenen Steinen in Rautenmuster bedeckt; im Erdgeschoss liegen eine seitliche Bogenpforte, ein mittleres dunkles Holzdoppeltor und eine kleinere Bogenpforte, darüber drei Gruppen hoher Fenster, eine Fensterreihe und kleine quadratische Fenster unter einer niedrigen Ziegeltraufe.
Die Maison Diamantée ist zusammen mit dem Hôtel de Cabre eines der ältesten erhaltenen Wohnhäuser von Marseille. Sie soll Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts auf den früheren Gärten des Palais de Provence für wohlhabende Auftraggeber spanischer und italienischer Herkunft errichtet worden sein; die chinesische Wikipedia nennt den katalanischen Kaufmann Pierre Cardiolle und die Jahre 1570–1576. Danach bewohnten sie Marseille Familien wie Pierre Sebolin de Bollena, 1683 zweiter Schöffe, seinen Neffen François de Saboulin Bollena, 1702 erster Schöffe, und die Castellane Majastre. In der Revolution wurde sie in Wohnungen aufgeteilt, Ende des 19. Jahrhunderts wohnten Hafenarbeiter und italienische Einwanderer darin. 1914 kaufte der Verein Art et Charité das verfallene Haus und vermachte es dem Comité du Vieux-Marseille; 1943 verschonten die deutschen Behörden es beim Freilegen des Nordufers des Alten Hafens. Seit dem 10. November 1925 ist es als Monument historique klassifiziert.
Der Name stammt von der Fassade aus spitz zugeschnittenen Steinen, einem prismatischen Bossenwerk. Von 1967 bis 2009 beherbergte das Haus das Musée du Vieux Marseille, dessen Sammlungen später an das Musée d'Histoire de Marseille gingen. Die mündliche Überlieferung nennt es Palast König Renés, Graf der Provence, ohne Beleg in den Quellen.
Die Maison Diamantée steht in der Rue de la Prison 2, direkt hinter dem Rathaus von Marseille im Viertel Hôtel de Ville (2. Arrondissement). Die diamantförmig behauene Fassade sieht man von der engen Gasse aus; treten Sie zum Rathausplatz zurück, um alle vier Ebenen zu erfassen. Das Gebäude ist nicht als Museum geöffnet, die Türen im Erdgeschoss bleiben Besuchern verschlossen.
Die mündliche Überlieferung hält das Haus für den Palast König Renés, Graf der Provence, obwohl es rund ein Jahrhundert nach seinem Tod entstand. Der rosa Kalkstein und der weiße Stein der Fassade, zu Diamantspitzen behauen, gaben dem Bau seinen Namen.
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