Palais de la Femme, Historisches Denkmal und Unterkunft im 11. Arrondissement, Frankreich
Der Palais de la Femme steht an der Ecke 94 rue de Charonne und rue Faidherbe: ein Bau aus hellem Backstein und Stein mit rundbogigen Fenstern mit Schlusssteinen und hohen vertikalen Achsen in beiden Flügeln. Im Erdgeschoss öffnen sich große bogenförmige Glasflächen, die mittlere rahmt einen Eingang mit Skulpturenfiguren darüber, und ein Mosaik schmückt den oberen Mittelteil. Im Inneren liegen 630 Zimmer, Vestibül, Treppe, Restaurant, Teesalon und Bibliothek sowie ein originales Glasdach.
Von 1641 bis 1904 stand auf dem Grundstück das Dominikanerkloster der Filles-de-la-Croix, das als Grabstätte Cyrano de Bergeracs gilt und 1904 abgerissen wurde. 1910 errichteten Auguste Labussière und Célestin Longerey für Amicie Lebaudys Groupe des Maisons Ouvrières ein Wohnheim für alleinstehende Männer, das erste seiner Art in Frankreich. 1914 wurde es Lazarett, 1919 bis 1924 diente es dem Pensionsministerium, dann kaufte die Heilsarmee es über Blanche und Albin Peyron und eröffnete es am 23. Juni 1926. Seit dem 25. Juni 2003 ist es als Monument historique eingetragen.
Der Name Palais de la Femme stammt aus dem Jahr 1926, als die Heilsarmee das Haus erwarb: Spender der Sammlung konnten ihren Namen auf einer Plakette an der Tür eines der 630 Zimmer anbringen lassen. Die Einrichtung nimmt weiterhin junge Mädchen und alleinstehende Frauen auf, heute auch Männer. Das Eckchild trägt die Aufschrift „PALAIS DE LA FEMME“ und „ARMEE DU SALUT“.
Das Gebäude befindet sich in zentraler Lage des 11. Arrondissements mit guter Anbindung durch mehrere U-Bahn-Stationen, die eine schnelle Verbindung zu anderen Teilen der Stadt bieten. Besucher sollten beachten, dass es sich um ein aktives Zentrum für Frauen in Notlagen handelt und der Zugang eingeschränkt sein kann.
Das Gebäude verbindet auf ungewöhnliche Weise zwei Funktionen: Es ist sowohl ein geschütztes Denkmal mit kunsthistorischer Bedeutung als auch ein aktives, gelebtes Zuhause für Frauen in Not. Diese Doppelfunktion macht es zu einem seltenen Beispiel dafür, wie historische Bauten heute noch einen direkten sozialen Zweck erfüllen.
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