Palais du Roure, Historisches Monument und Museum in Avignon, Frankreich.
Der Palais du Roure, auch Hôtel de Baroncelli-Javon genannt, ist ein im 15. Jahrhundert erbautes Stadtpalais in Avignon. Seine hellgraue Steinfassade trägt ein dunkelbraunes hölzernes Doppeltor mit drei gestapelten Feldern je Flügel und metallenen Ringgriffen; darüber liegt ein mit verschlungenen nackten Rebzweigen behauener Steinbogen, über dem ein zweiteiliges Spitzbogenfenster mit Rautenverglasung und Mittelsäule sitzt.
1469 kaufte der florentinische Ghibelline Pierre Baroncelli in Avignon eine Taverne namens „La Taverne du Mûrier“ und benachbarte Häuser, die er zu seinem Wohnsitz umbaute. Die Baroncelli, dem Legaten Julien della Rovere nahestehend, wurden eine bedeutende Familie Avignons. 1918 rettete Jeanne de Flandreysy den Bau und schuf dort ein Zentrum mediterraner Kultur; ihre Heirat 1936 mit dem Archäologen Émile Espérandieu führte zur Fondation Flandreysy-Espérandieu, die 1944 an die Stadt Avignon fiel. Am 19. November 1941 wurde das Palais als Monument historique eingestuft.
Das Palais beherbergt Sammlungen zur Geschichte der Region Provence und zeigt Objekte, die das Leben und die Traditionen der Einwohner erzählen. Die Ausstellungen ermöglichen Besuchern, die kulturelle Bedeutung dieser Sammlung für die lokale Identität zu verstehen.
Das Palais öffnet an mehreren Wochentagen für Besucher, wobei die genauen Öffnungszeiten je nach Jahreszeit variieren können. Es wird empfohlen, vorher zu prüfen, ob Sonderausstellungen stattfinden und ob Führungen verfügbar sind.
Frédéric Mistral, der im Haus verkehrte, gab ihm den Beinamen „palais du Roure“, also Eichenpalast, obwohl der Name Baroncelli nichts damit zu tun hat. Das Museum bewahrt zudem Erinnerungsstücke des britischen Ökonomen John Stuart Mill, der 1873 in Avignon starb.
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