Pipe organ in Saint-Guilhem-le-Désert abbey church, Historische Orgel in der Abteikirche von Gellone, Saint-Guilhem-le-Désert, Frankreich.
Die Orgel der Abtei Gellone hat ein zweiteiliges Gehäuse aus Nussbaum mit Lindenholzschnitzereien und durchbrochenem Rocaillenwerk; die Schnitzer sind unbekannt. Der Hauptkörper bildet eine Mitra mit fünf Türmen und vier Flachfeldern, das Rückpositiv ist V-förmig mit drei Türmen und zwei Flachfeldern. Das Foto zeigt fünf Abschnitte silberner Metallpfeifen, die drei mittleren höher, bekrönt von geschnitzten Holzfiguren, darunter geschnitzte Konsolen und ein dunkles Metallgitter vor dem unteren Teil.
Jean-Pierre Cavaillé, Großvater von Aristide Cavaillé-Coll, baute die Orgel von 1782 bis 1789 mit 27 Registern auf drei Manualen und Pedal. Die Revolution ließ sie spielbar zurück, jedoch ohne die Pfeifen des Rückpositivs. Der Organist J. Laffond rettete sie 1792, indem er bei der Beschlagnahme Revolutionslieder spielte, und 1804, indem er den Namen Saint-Thibéry anstelle von Saint-Guilhem eintrug. 1974 klassifiziert, wurde das Rückpositiv 1984 vollendet.
Die Orgel erklingt bei Gottesdiensten und Musikveranstaltungen in der romanischen Abtei und prägt das klangliche Erleben im Inneren des Kirchenschiffs. Sie ist Teil der spirituellen und künstlerischen Tradition des Ortes.
Die Orgel steht auf der Empore über dem Eingang der ehemaligen Abteikirche, heute Pfarrkirche von Saint-Guilhem-le-Désert. Man betrachtet das Gehäuse vom Kirchenschiff aus; Spieltisch und Klaviaturen liegen nicht auf Bodenhöhe. Der Zugang erfolgt also im Inneren der Kirche, nicht von außen.
Dieses Instrument zählt zu den wenigen erhaltenen Werken Cavaillés, die noch alle ihre ursprünglichen mechanischen Teile aus dem 18. Jahrhundert haben. Solche vollständigen Erhaltungszustände sind bei Orgeln dieser Periode außergewöhnlich selten.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.838 Mitwirkenden weltweit.