Schleuse Kembs-Niffer, Schifffahrtsschleuse in Kembs, Frankreich
Die Écluse de Kembs-Niffer ist eine Navigationsschleuse im Elsass, die den Rhein mit dem Rhone-Kanal verbindet. Das Bauwerk besteht aus einer Kontrollzentrale und einem Verwaltungsgebäude mit charakteristischen geometrischen Betonformen, die ein hyperboloidartiges Dach aufweist.
Die Schleuse wurde am 15. April 1961 im Beisein von Finanzminister Wilfrid Baumgartner eingeweiht; fertig war damals nur Le Corbusiers Kontrollturm, das Verwaltungsgebäude folgte 1962. Die Kammer misst 85 auf 12 Meter statt der geplanten 40,5 Meter, nachdem Mülhausen einen Rheinhafen durchgesetzt hatte. Turm und Verwaltungsgebäude wurden am 11. März 2005 als Monument historique eingetragen.
Die Schleuse verkörpert Le Corbusiers Philosophie, bei der praktische Funktionen und Ästhetik nahtlos ineinander übergehen. Das Gebäude mit seinen geometrischen Betonformen und dem hyperboloidartigen Dach zeigt, wie technische Anforderungen gestalterisch gelöst wurden.
Die Schleuse liegt am östlichen Ende des Rhein-Rhône-Kanals an dessen Übergang in den Rheinseitenkanal, auf dem Gebiet von Kembs; die Le-Corbusier-Schleuse befindet sich einige hundert Meter oberhalb der großen Schleuse von 1995. Die beiden Gebäude sind abgesperrt und warten auf ihre Renovierung, sie sind nur von außen zu sehen. Die alte Kammer wird weiterhin, ferngesteuert von der neuen Schleuse, vor allem im Sommer für Sportboote geschleust.
Die beiden Außengebäude entwarf Le Corbusier, nachdem Ingenieure aus Mülhausen im Frühjahr 1960 sein Pariser Atelier kontaktiert hatten; er zeigte sich überrascht, da die Ponts et Chaussées ihm kaum Aufträge erteilten. Am Schaft des Kontrollturms sitzen zwei versetzt übereinanderstehende, würfelartige Räume, obenauf ein dreieckiger Kontrollraum mit außenliegender Treppe.
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