Hôtel-Dieu de Bourges, Renaissance-Krankenhaus in Bourges, Frankreich
Das Hôtel-Dieu de Bourges ist ein ehemaliges Krankenhaus mit einem gotischen Teil von 1510–1527 und einem klassizistischen Flügel von 1628–1639. Die Straßenfassade zeigt die hohe Kapellenwand mit einem spitzbogigen Maßwerkfenster unter einem Schieferdach, daneben die niedrigere Wand des Krankensaals mit fünf Spitzbogenfenstern und drei Dachgauben.
Der Bau dieser medizinischen Einrichtung begann nach dem großen Brand von 1487, der ein Drittel von Bourges zerstörte, und die anfänglichen Gebäude wurden 1526 fertiggestellt. Das Gelände war daher Teil eines Wiederaufbauprojekts, das der Stadt nach dieser Katastrophe neue Strukturen brachte.
Der Name hôtel-Dieu, wörtlich „Herberge Gottes“, war die übliche französische Bezeichnung für ein mittelalterliches Hospital. Der Krankensaal wurde durch vierzehn Lanzettfenster belichtet und endete an einem großen Kamin, der ihn von der Apotheke trennte. Die Renaissance-Tür zur Straße, von Marsault Paule gemeißelt, trägt die Leidenssymbole und eine Nische mit Glocke, in die ausgesetzte Säuglinge gelegt wurden.
Die Anlage liegt an der Rue Gambon, nahe der Place Rabelais und dem ehemaligen Westtor von Bourges. Die Bauten des 16. und 17. Jahrhunderts und das Straßentor sind als Monuments historiques klassifiziert, doch die Stadt restauriert sie für kulturelle Treffen; der Zugang hängt daher von Veranstaltungen ab. Das Gebäude der 1930er Jahre an der Rue Gambon beherbergt heute die Maison des associations.
Das von Marsault Paule geschnitzte Tor an der Rue Gambon trägt die Symbole der Passion und eine Nische mit einer Glocke, in der ausgesetzte Säuglinge abgelegt werden konnten. Die Strebepfeiler der Kapelle liegen innen, sodass außen keine Stützen vorstehen.
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