Main de Massiges, Kriegsdenkmal in Massiges, Frankreich
Die Main de Massiges ist eine Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs auf einem Hügel über dem Aisnetal, dessen Höhenlinien eine linke Hand mit durch tiefe Schluchten getrennten Fingern bilden. Besucher gehen durch neu ausgehobene Schützengräben mit Schießscharten, Unterständen, Flechtwerk und Stacheldraht sowie an Minentrichtern und einer ständig wehenden Fahne vorbei.
Deutsche Truppen verschanzten sich bei ihrem Rückzug Anfang September 1914 auf dieser natürlichen Anhöhe, wobei jeder Finger eine Bastion bildete. Am 13. September 1914 wurde das Kolonialkorps der französischen 4. Armee hier während der Gegenoffensive nach der ersten Marneschlacht aufgehalten. Am 25. September 1915 griffen die 2. und 3. Kolonial-Infanteriedivision nach dreitägiger Artillerievorbereitung den Index-, Mittel- und Ringfinger an. Erst 1918 wurden die Deutschen vertrieben.
Lokale Freiwillige pflegen und restaurieren die Schützengräben und entdecken dabei Gegenstände wie Weinflaschen, militärische Ausrüstung und persönliche Besitztümer der Soldaten.
Der Zugang erfolgt über die R.D. 566, dann rechts über einen Feldweg hinauf zum Plateau. Die Stätte ist durch eine dauerhaft am Mast gehisste Fahne gekennzeichnet und mit einem Orientierungstisch ausgestattet. Die wieder ausgehobenen Gräben, Unterstände und Stacheldrahtnetze liegen auf unebenem Gelände; festes Schuhwerk ist ratsam.
Die von Gestrüpp überwucherte Stätte war in Vergessenheit geraten, bevor 2008 die Association de la Main de Massiges zu ihrer Erhaltung gegründet wurde. Ihre Freiwilligen fanden Knochen deutscher und französischer Soldaten, Alltagsgegenstände wie Flaschen und Patronen, Granatsplitter und Gewehre; heute festigen sie Boden und Wände des Goulet und der Unterstände am Rundweg.
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