Tour aux Puces, Mittelalterlicher Wehrturm in Thionville, Frankreich
Der Tour aux Puces ist ein Wehrbau in Thionville und der erhaltene Bergfried der Burg der Grafen von Luxemburg. Außen hat er vierzehn Ecken; er besteht aus ungleichmäßig großen Hausteinen, die vielfach aus älteren Bauten wiederverwendet wurden. Auf einem runden Fundament von 2,5 bis 3 Metern Höhe sitzt der polygonale Aufbau; im Hof zeugen sichtbare Kragsteine von einem verschwundenen Geschoss.
Der Turm steht an der Stelle eines karolingischen palatium, das Mitte des 8. Jahrhunderts erwähnt und im 10. Jahrhundert zerstört wurde; seine Nordostfundamente stammen von etwa 1100. 1292 wurde er Sitz der Propstei, was bis Mitte des 16. Jahrhunderts so blieb, und um 1400 erhielt er neue Fensteröffnungen, eine Trennmauer und Kamine. Die spanischen Wallarbeiten von 1542 bis 1558 gliederten ihn in das Militärwesen ein; eine Inschrift von 1583 belegt die Einwölbung der Erdgeschossräume.
Der Turm beherbergt im Inneren acht thematische Räume mit Objekten aus der Vorgeschichte bis zur Renaissance. Diese Sammlungen erzählen von der regionalen Vergangenheit und zeigen, wie Menschen in dieser Gegend lebten.
Der Turm steht am Cour du Château nahe der Mosel im Zentrum von Thionville. Das seit 1966 geöffnete Museum umfasst acht thematische Räume, die über eine Wendeltreppe in den Obergeschossen erreichbar sind. Die Basis bildet ein rundes Fundament von 2,5 bis 3 Metern Höhe; der Eingang ist das rundbogige Tor auf Straßenniveau.
Der französische Name Tour aux Puces ist eine Fehlübersetzung des lothringisch-fränkischen Pëtztuurm, wörtlich „Brunnenturm“. In Archiven erscheint der Bau 1295 als Turm von Mirabel oder Meilbourg, im 19. Jahrhundert nannte ihn die Bevölkerung Turm von Thion. Eine Legende erzählt, eine vierzehnjährige Prinzessin sei im Verlies von Flöhen gefressen worden.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.840 Mitwirkenden weltweit.