Collège Bellefonds, Schulgebäude in Rouen, Frankreich
Das Collège Bellefonds steht an der 161 rue Beauvoisine in Rouen; seine verwitterte Fassade aus Stein und Putz trägt ein dunkles Schieferdach mit sieben Dachgauben. Zwei Reihen zu je sechs hohen rechteckigen Fenstern belichten die Obergeschosse, in der unteren Reihe sitzen außen zwei schmalere Öffnungen. Links führt ein gelbes Rohr nach oben; im Erdgeschoss steht ein weißes Schild „Collège Bellefonds“ neben einem roten Banner „ALTRAD“.
Die Stätte blickt auf zwei verschiedene Phasen zurück: zunächst ein Benediktinerinnenkloster, das 1648 gegründet wurde, und später eine Schule, die 1862 von den Christlichen Schulbrüdern etabliert wurde. Über ein Jahrhundert lang prägte diese letzte Nutzung das Gebiet, bis eine Umstrukturierung 2009 begann.
Der Name Bellefonds geht auf Laurence Gigault de Bellefonds zurück, die ab 1648 eine Benediktinergemeinschaft leitete und sie aus dem Faubourg Saint-Sever in das Innere von Rouen verlegte; ihr Neffe, der Maréchal de Bellefonds, trug zur Finanzierung des 1653–1655 errichteten Konvents bei. Danach beherbergte der Ort ab 1823 ein Theater und ein Pensionat, bevor 1862 die Brüder der christlichen Schulen kamen.
Der Ort liegt in einem zentralen Stadtgebiet mit guter Erreichbarkeit durch die bestehende Infrastruktur von Rouen. Da das Gelände mittlerweile in Wohnungen umgewandelt wurde, ist ein Zugang zum Inneren für Besucher nicht mehr möglich, doch die Außenfassaden sind von der Straße aus sichtbar.
Die Klosterkirche Notre-Dame-des-Anges wurde zwischen 1674 und 1677 errichtet und nach 1796 zerstört, als der Verkauf des Besitzes die Güter der Gemeinschaft zerstreute. Das Kloster wurde in zwei Lose geteilt: die Gebäude um den Kreuzgang, in denen sich 1862 die Brüder niederließen, und südlich davon die Höfe des früheren Mädchenpensionats.
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