Monastère Saint-Nicolas de Vitré, Mittelalterliches Kloster und historisches Monument in Vitré, Frankreich
Das Monastère Saint-Nicolas de Vitré ist eine ehemalige Klosteranlage an der Vilaine in Vitré, ab 1657 errichtet und zwischen 1675 und 1707 in ihre endgültige Form gebracht. Die langen Steinbauten mit fleckigem Putz tragen steile Schieferdächer mit Dachgauben, eine davon mit weißem Zifferblatt, sowie einen kuppelbekrönten Schieferglockenturm mit schlanker Spitze. Der damals begonnene Kreuzgang blieb unvollendet: Eine seiner vier Seiten wurde nie gebaut.
Die Anlage wurde 1192 von Emma de Vitré als Krankenhaus gegründet und diente zunächst der medizinischen Versorgung der Region. Später wurde sie zu einem Kloster umgewandelt, wobei die religiöse Gemeinschaft umfangreiche Landbestände erwarb.
In der Kapelle des Klosters befindet sich ein Museum für moderne und zeitgenössische religiöse Goldschmiedekunst, das nach dem Auszug des Krankenhauses 1986 eröffnet wurde. Zu den gezeigten Stücken gehören Arbeiten des Silberschmieds Placide Poussielgue-Rusand. Seit April 2022 beherbergt der Ort zudem vier Projekte, darunter TINCTORIA, das im Klostergarten Färberpflanzen, Hanf und Flachs anbaut und Workshops zu Pflanznfarben und Textilfasern anbietet.
Die Gemeinde Vitré verwaltet den öffentlichen Zugang zum Klostergelände, wobei die Gärten und der Obstgarten für Besucher offen sind. Es ist empfehlenswert, sich auf unebenes Gelände vorzubereiten und komfortable Schuhe zu tragen.
Der Kreuzgang wurde nie vollendet: Eine seiner vier Seiten wurde nie gebaut, und der hinter dem Hof angelegte Garten liegt am Fuß der Tertres-Noirs. Die Ordensfrauen wurden während der Revolution nicht vertrieben und blieben bis 1978. 1790 erklärten sie 7.422 Livres Renten aus Ländereien in Vitré, Étrelles und Pocé.
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