Château du Quesnel, Schloss in Le Quesnel, Frankreich
Das Château du Quesnel ist eine Schlossruine in Le Quesnel, Somme. Die erhaltene Fassade besteht aus blassgelbem Stein, trägt ein dunkelgraues Schieferdach, zeigt drei durch waagerechte Steinbänder getrennte Geschosse und hohe rechteckige Fenster mit graubraunen Lamellenläden. Zwei ziegelrote Schornsteine stehen an den Dachenden, ein mittlerer Dachgaubenaufsatz trägt ein rundes gemeißeltes Steinwappen. Die Fenster des Erdgeschosses sind verplattet, Sträucher wachsen am Sockel.
Die Ritterfamilie von Quesnel besaß das Gut im 12. Jahrhundert; der Dreißigjährige Krieg hinterließ es geplündert und teilweise niedergebrannt. Nach dem Tod des Kaufmanns Jean Le-Fort 1751 legte sein Sohn Jean Baptiste Le-Fort das Fundament des heutigen Schlosses, das damals nur ein Geschoss hatte. 1853 veränderte Charles Blin de Bourdon die Fassade, fügte einen Pavillon und ein zweites Obergeschoss hinzu. Im Ersten Weltkrieg bombardiert, wurde es von Vizegraf Raoul Blin de Bourdon wiederhergestellt und seiner Tochter Odette, Gräfin von Lussac, geschenkt.
Das Schloss wird auch Château Sécession genannt. Laut lokalen Berichten hielten Sektenmitglieder seit Mitte des 20. Jahrhunderts okkulte Zeremonien in dem verlassenen Bau ab; dies wurde als mögliche Ursache des Brandes vom Dezember 2018 genannt. Kurz zuvor verbrachte der russische Videoblogger Dima Maslennikov eine Nacht dort und filmte merkwürdig reagierende Scheinwerfer, ein Diktiergerät und Gegenstände.
Das Gelände ist nach dem Brand vom Dezember 2018 wegen Einsturzgefahr weiterhin für Besucher gesperrt. Die Umgebung kann von außen betrachtet werden, aber ein Betreten des Innenhofs oder der Gebäude ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich.
Der russische Videoblogger Dima Maslennikov verbrachte kurz vor dem Brand eine Nacht in dem verlassenen Schloss und berichtete von ausfallenden Scheinwerfern, einem defekten Aufnahmegerät und Gegenständen, die sich zu bewegen schienen; sein Video erschien am 10. Dezember 2018, und in derselben Nacht brach das Feuer aus. Auch lokale Sektenmitglieder standen im Verdacht, dort seit Mitte des 20. Jahrhunderts okkulte Zusammenkünfte abzuhalten.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.367 Mitwirkenden weltweit.