Reformed church, Reformierte Christliche Kirche in Karcsa, Ungarn.
Die reformierte Kirche von Karcsa steht auf einer kleinen Anhöhe am Karcsa-Bach, errichtet aus sorgfältig behauenen Quadern roten Trachyts und mit Schindeln gedeckt. Ihr kurzes, fast quadratisches Schiff ist deutlich breiter als der Chor, der ursprünglich ein eigener Backstein-Rundbau war. Die schmucklose Südtür steht im Gegensatz zum Westportal, wo Löwen die Konsolen unter einem sechssäuligen Giebel tragen, und im einstigen Chor sind fünf halbkreisförmige Nischen erhalten.
Bereits im 12. Jahrhundert stand hier eine Backsteinrotunde. Die Johanniter, die das Gebiet besaßen, begannen daneben eine größere Kirche mit zwei Türmen, doch die Arbeiten stockten, als das Dorf 1282 an Tamás aus dem Geschlecht Baksa fiel, und die Kirche blieb turmlos. 1527 übernahmen die Protestanten sie; zu Beginn des 18. Jahrhunderts standen nur noch nackte Mauern, die 1767, 1896 und 1964–1969 restauriert wurden.
Seit 1527 gehört die Kirche den Protestanten, und die reformierte Gemeinde von Karcsa nutzt sie bis heute. Im Gebäude finden regelmäßig Musikveranstaltungen statt. Der Dichter Mihály Tompa schrieb ein Gedicht über die Kirche, und eine Ortssage erzählt, erschrockene Feen hätten die für den Turm bestimmte Glocke fallen lassen, weshalb der Turm nie vollendet wurde.
Die Kirche liegt im Dorf Karcsa und ist leicht zu Fuß zu erreichen, besonders wenn man den Alföldi Blue Trail wandert, der in der Nähe vorbeiführt. Besucher sollten respektvolle Kleidung tragen und auf laufende Gottesdienste Rücksicht nehmen, da der Ort ein aktives Gebetshaus ist.
Der runde Chorraum besteht aus Ziegeln, nicht aus Stein, und birgt fünf halbkreisförmige Nischen. Eine Ortssage erzählt, Feen hätten aus Furcht vor Hexen die Glocke fallen lassen, die sie zum Turm trugen, woraufhin der fertige Turm einstürzte.
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