Gaudiopolis, Kinderheim in Budapest, Ungarn
Gaudiopolis war ein Kinderdorf in mehreren Villen im Budaer Bezirk, das über 200 junge Bewohner beherbergte. Die Residenzen waren nach Alter und Geschlecht unterteilt, und die Kinder lernten praktische Handwerksfähigkeiten in verschiedenen Werkstätten.
Ein lutherischer Pastor namens Gábor Sztehlo gründete die Anlage im März 1945, um jüdische Kinder und andere Jugendliche zu schützen, die von Kriegswirren betroffen waren. Das Projekt entstand in einer Zeit, als viele Kinder obdachlos und verwaist waren.
Die Kinder schufen hier ein eigenes Gemeinschaftsleben mit einer Verfassung und einer internen Zeitung, die das Zusammenleben dokumentierte. Diese selbstverwaltete Struktur spiegelte den Wunsch der jungen Bewohner wider, ihre eigenen Angelegenheiten zu regeln und gehört zu werden.
Der Standort in Buda ist heute nicht mehr als funktionierendes Kinderdorf zugänglich, aber die Geschichte ist durch Dokumentation und Archive erhalten. Besuchende können sich durch lokale Museen und historische Aufzeichnungen über das Projekt informieren.
Die junge Gemeinschaft passte ihre Regeln an, um während der Lebensmittelknappheit einen notwendigen Überlebensinstinkt zu erlauben. Diese pragmatische Anpassung zeigt, wie Kinder in extremen Zeiten ihre eigenen Systeme neugestalteten.
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