Pál-völgy Cave, Höhlensystem im Bezirk II, Budapest, Ungarn
Die Pál-völgyi-Höhle ist ein unterirdisches System im II. Bezirk von Budapest, das im Szépvölgyer Kalkstein verläuft. Es ist 13 465 m lang; die Gänge sind im Mittel 2 m breit und erreichen stellenweise 15 bis 20 m Höhe. Der tiefste Punkt, die Halle Mozaik-terem, liegt 86,7 m unter dem Eingang, der höchste, die Halle Kilátó-terem, 27,2 m darüber.
Das Höhlensystem wurde 1904 entdeckt und offenbarte eine unterirdische Welt unter der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs nutzten Menschen die Gänge als Zuflucht vor Bombardierungen.
Der ungarische Name Pál-völgyi-cseppkőbarlang bedeutet „Tropfsteinhöhle des Pál-Tals“ und verbindet den Ort mit seinem Tal und seinen Kalkabscheidungen. Seit 2011 gehört die Höhle zum 29 km langen Szépvölgy-Höhlensystem, dem größten Ungarns, das das Baradla-Domica-System übertrifft. Führungen führen durch 500 m ausgebauter Gänge.
Die Temperatur in der Höhle bleibt das ganze Jahr über konstant und relativ kühl, daher sollten Besucher warme Kleidung mitbringen. Die Wege im Inneren sind uneben und erfordern stabiles Schuhwerk und eine gewisse physische Aktivität.
In den Wänden der Höhle sind Fossilien erhalten: große Einzeller der Gattungen Nummulites und Discocyclina, Muscheln der Gattung Pecten, Seeigel und Moostierchen. Im Bereich Liliomkert und nahe dem Heliktites-terem sind Stielglieder von Seelilien im Gestein zu erkennen.
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