Schloss Nádasdy, Renaissanceschloss in Sárvár, Ungarn
Schloss Nádasdy in Sárvár ist ein befestigtes Schloss nahe dem Westufer der Raab, um einen rechteckigen Hof mit weiß verputzten Flügeln gebaut: zwei niedrigere Geschosse und ein höheres drittes unter durchgehenden Dächern aus rotbraunen Ziegeln. An einer Ecke stehen ein hoher weißer quadratischer Turm mit steilem Pyramidendach und ein rundbogiger Steintorweg, zu dem eine gemauerte Bogenbrücke führt. Im Hof liegt ein kleiner runder Brunnen, und eine zinnenbewehrte rotbraune Mauer zieht über die Wiese.
König Sigismund übereignete die Burg im Jahr 1390 einem Erzbischof, was sie zu einem wichtigen kirchlichen und kulturellen Zentrum machte. Im 16. und 17. Jahrhundert gelangte sie in den Besitz der Familie Nádasdy, die sie ausbaute und zur bedeutenden Residenz in der Region machte.
Das Nádasdy-Ferenc-Museum füllt 1300 m² des Schlosses, darunter eine Ausstellung über Druck und Buchverlag auf den Nádasdy-Gütern und Carta Hungarica zur Kartographiegeschichte. Ein weiterer Saal zeigt Husaren von 1526 bis 1945, laut Museum die einzige Husarenaustellung Europas. Den Schlosshof umgibt ein Renaissance-Arkadengang, während der Festsaal und die benachbarten Salons barock gestaltet sind.
Ein Besuch aller Etagen dauert in der Regel mehrere Stunden, weshalb man sich genügend Zeit einplanen sollte. Geführte Touren sind in verschiedenen Sprachen erhältlich und helfen, die Ausstellungsstücke besser einzuordnen.
Die Fresken und Seccos an der Decke des Prunksaals malte 1653 der Wiener Künstler Hans Rudolf Miller, nicht einheimische Augenzeugen. Der größte Teil des monumentalen Schlachtenzyklus zeigt die Kämpfe, die Ferenc Nádasdy II., von den Türken „Schwarzer Bey“ genannt, gegen die Osmanen führte.
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