Hamza-Bey-Moschee, Osmanisches Minarett in Ófalu, Ungarn
Das Minarett in Érd ist ein 23 Meter hoher Kalksteinturm, der im 17. Jahrhundert als Teil einer Moschee errichtet wurde. Sein zwölfseitiger Schaft erhebt sich von einem polygonalen Sockel über einen kurzen, 1,1 Meter hohen trapezförmigen Übergang zu einem runden Balkon auf 15 Metern, der von einem Kegeldach bekrönt wird. Balkon, Dach und Betontreppe wurden 1970–1971 rekonstruiert.
Das Minarett wurde im 17. Jahrhundert von Osmanen erbaut und war Teil eines größeren Moscheenkomplexes in der Nähe antiker Handelswege. Die Erhaltung der Ruine bis heute zeigt die lange Geschichte der Region unter verschiedenen Herrschaften.
Die Straße neben dem Turm heißt bis heute Mecset utca, also Moscheestraße, nach der verschwundenen Moschee. Der Historiker József Molnár beschrieb sie als rechteckigen Bau mit farbigen Fenstern, Teppichen und einem Mihrab gegenüber einer steingerahmten Tür. Eine Kopie des Mihrabs aus Stahlbeton steht heute neben dem Minarett.
Das Minarett ist seit Sommer 2020 für Besucher geschlossen, weil die Betontreppe als unsicher gilt; die Stadt plant die Wiederherstellung von Treppe und Turm mit teilweise türkischer Finanzierung. Es steht in Érd-Ófalu an der Mecset-Straße, nahe dem Donaudamm und dem Verlauf einer alten römischen Militärstraße. Die Gebetsnische der Moschee wurde in Stahlbeton neben dem Turm wiedererrichtet.
Der Turm ist einer von nur drei erhaltenen osmanischen Minaretten in Ungarn und einer der wenigen islamischen Bauwerke, die aus dieser Zeit übrig sind. Diese Seltenheit macht ihn zu einem besonders wichtigen Zeugnis der ottomanischen Besatzung in Mitteleuropa.
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