Gedenkstätte für die Opfer der deutschen Besatzung, Denkmal am Freiheitsplatz, Budapest, Ungarn
Die Gedenkstätte für die Opfer der deutschen Besatzung steht auf dem Szabadság tér: ein sieben Meter hohes Tor aus dreizehn teils abgebrochenen Säulen mit einem Tympanon, auf dem vorn die Inschrift „A német megszállás áldozatainak emlékműve“ steht. Darin steht auf dem Stumpf einer kannelierten Säule der Erzengel Gabriel mit geschlossenen Augen und ausgebreiteten Armen; ein Flügel fehlt, ersetzt durch das wehende Ende des um seinen Körper gewickelten Tuchs. Seine rechte Hand hält den Reichsapfel, der ihm entgleitet, während der Adler darüber mit ausgestreckten Fängen zum Stoß ansetzt.
Die Gedenkstätte wurde durch einen Regierungsbeschluss vom 31. Dezember 2013 genehmigt und in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 2014 unter Polizeischutz ohne feierliche Einweihung aufgestellt. Bildhauer Péter Párkányi Raab gestaltete die Komposition als Paraphrase des Millenniumsdenkmals am Heldenplatz. Die im Januar 2014 veröffentlichten Pläne lösten Proteste des Mazsihisz und anderer Organisationen aus.
Kritiker werfen dem Denkmal vor, die Ungarn von ihrer Mitschuld am Holocaust freizusprechen; daher legen viele Menschen am Rand der Anlage improvisierte Ehrungen für die Opfer nieder. Während der Proteste 2014 errichteten Demonstranten ein „Lebendes Denkmal“ aus Fotografien, Kopien von Kriegsbriefen und Steinen, wie es der jüdischen Gedenkgewohnheit entspricht. Der Bildhauer Péter Párkányi Raab bezeichnet das Werk als Paraphrase des Millenniumsdenkmals am Heldenplatz und betont, es sei kein Holocaust-Denkmal.
Das Denkmal steht auf dem Szabadság tér im V. Budapester Bezirk, zur Brunnenseite hin; die Figuren blicken zum Platz und lassen sich umrunden. Die Bronzeflächen tragen eine Antigraffiti-Beschichtung, die zum Schutz vor Vandalismus aufgebracht wurde. Am Rand der Anlage werden improvisierte Ehrungen für Holocaust-Opfer niedergelegt, weshalb der Boden am Sockel oft bedeckt ist.
Der Bildhauer Péter Párkányi Raab bezeichnete den kleinen Reichsapfel, der Gabriel aus den Fingern gleitet, als Hauptfigur des Werks, nicht den Adler. Er erklärte zudem, die Komposition sei kein Holocaust-Denkmal und der Vogel nicht der Reichsadler, den seine Kritiker beschreiben.
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