Adur Gushnasp, Feuertempel in Takht-e Soleyman, Iran
Adur Gushnasp ist ein zoroastrischer Feuertempel im archäologischen Komplex Takht-e Soleyman im Nordwesten des Iran, der aus Backstein, Travertin und Stein gebaut wurde. Das Bauwerk folgt dem Chahartaq-Grundriss, einem quadratischen Plan mit vier Bögen, der in der iranischen Sakralarchitektur der Sassanidenzeit weit verbreitet war.
Der Tempel wurde in der Sassanidenzeit errichtet und gehörte damals zu den drei bedeutendsten Feuertempeln der zoroastrischen Welt. In der Ilkhanenzeit wurde er teilweise umgebaut, wobei neue Bautechniken neben die ursprüngliche sassanidische Struktur traten.
Der Tempel trägt den Namen des heiligen Feuers Gushnasp, das laut zoroastrischer Überlieferung Kriegern und Königen geweiht war, weshalb persische Könige hierher pilgerten, bevor sie in den Krieg zogen. Heute können Besucher die Überreste der Feueraltäre besichtigen und sich vorstellen, wie dieses Ritual das Leben der Herrschenden prägte.
Das Gelände liegt im archäologischen Park Takht-e Soleyman und ist zu Fuß erkundbar, wobei das unebene Gelände festes Schuhwerk erfordert. Ein Besuch lohnt sich vor allem in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag, wenn das Licht die Überreste der Mauern besonders deutlich hervorhebt.
Obwohl der Tempel sich im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, wurde das Feuer darin der Überlieferung nach niemals gelöscht, sondern von Generation zu Generation weitergegeben. Diese Praxis der Feuerbewahrung war das Herzstück des zoroastrischen Kults und gab dem gesamten Ort seinen Sinn.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.