Sperlinga, italienische Gemeinde
Sperlinga ist ein kleines Dorf, das auf einem Hügel in der Mitte Siziliens liegt und etwa 750 Meter über dem Meeresspiegel thront. Die Siedlung zeichnet sich durch Wohnungen aus, die direkt in das Felsmassiv gehauen wurden, wobei sich die Häuser-Fassaden an der Straße SS 120 befinden, während dahinter die Behausungen tief in den Felsen hineinreichen.
Die offizielle Gründung erfolgte am 30. November 1597 durch König Philipp IV., der einem Mann namens Giovanni Forti Natoli die Erlaubnis gab, die Gegend zu besiedeln und zu entwickeln. Die bedeutsamste historische Episode ereignete sich jedoch während der Sizilianischen Vesper 1282, als französische Soldaten in der Burg fast ein Jahr lang einer Belagerung widerstanden und das Dorf dadurch eine Besonderheit in der Geschichte Siziliens wurde.
Der Name Sperlinga stammt aus dem Griechischen und bedeutet Höhle - ein Hinweis auf die vielen natürlichen Felshöhlen, die rund um den Ort in den Sandstein gegraben wurden. Die Bewohner sprechen einen besonderen Dialekt, der sizilianische Elemente mit Einflüssen aus Norditalien und Frankreich verbindet, die Norman-Siedler ab dem 11. Jahrhundert mitbrachten.
Sperlinga ist am besten zu Fuß zu erkunden, wobei die Straße SS 120 als Ausgangspunkt dient, von wo aus steile Treppen zu den übereinander gestapelten Höhlen und zum Dorf führen. Da es sich um ein Bergdorf mit unebenen, teils engen Wegen handelt, sollte man bequeme Schuhe tragen und Zeit für gemächliche Erkundungen mitbringen.
Eine in Stein gemeißelte Inschrift an den Burgtoren besagt: 'Was die Sizilianer gefiel, lehnte Sperlinga ab' - ein Hinweis auf die Weigerung des Ortes, sich während der Sizilianischen Vesper gegen die Franzosen zu erheben. Dieses ungewöhnliche Verhalten unterschied Sperlinga von dem Aufstand in anderen Teilen Siziliens und machte es im Lauf der Zeit legendär.
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