Canossa, Mittelalterliche Hügelansiedlung in der Provinz Reggio Emilia, Italien
Canossa ist eine Gemeinde in den Reggio-Apenninen, die sich auf einem weißen Sandsteinfelsen 219 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Die Ruinen des Castells und der angrenzenden Gebäude zeichnen die Umrisse einer mittelalterlichen Befestigungsanlage nach, die mehrere Schichten von Steinmauern und verschiedene religiöse sowie weltliche Strukturen enthielt.
Die Burg wurde als Sitz der Grafen Adalbert Atto gegründet und beherbergte auch ein Benediktinerkloster mit etwa zwölf Mönchen. Die weltweite Bekanntheit erlangte die Burg durch das Treffen zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. im Jahr 1077, das den Machtkampf zwischen weltlicher und geistlicher Autorität widerspiegelte.
Der Name "nach Canossa gehen" ist in vielen europäischen Sprachen ein Ausdruck für Demütigung oder Bußfertigkeit gegenüber einer Autorität. Diese Redewendung zeigt, wie tief das Ereignis von 1077 in das kollektive Gedächtnis eingedrungen ist.
Der Ort ist zu Fuß erreichbar und man kann die Ruinen auf einem gekennzeichneten Weg erkunden, wobei die Pfade teilweise steil sind. Das Musée Naborre Campanini zeigt Objekte aus der Burg und kann separat besucht werden, um die Geschichte des Ortes besser zu verstehen.
Der Legende nach kam Papst Gregor VII. auf Bitten der Matilda von Tuszien zur Burg, was ihrer Position als einflussreiche Vermittlerin zwischen den Konfliktparteien unterstreicht. Diese weibliche Stimme in einem Machtkampf zwischen Kaiser und Kirche wird heute oft übersehen.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.