Certosa di Farneta, Mittelalterliches Kartäuserkloster in Farneta, Lucca, Italien.
Die Certosa di Farneta ist ein Kartäuserkloster in der Nähe von Lucca in der Toskana, das Kirche, Kapellen, Mönchszellen und Gemeinschaftsbereiche umfasst. Die Anlage folgt dem typischen Grundriss eines Kartäuserklosters, bei dem Gebets-, Arbeits- und Gemeinschaftsbereiche klar voneinander getrennt sind.
Das Kloster wurde im Mittelalter als religiöses Zentrum des Kartäuserordens in der Region Lucca gegründet. Zwischen 1903 und 1940 diente es als Mutterhaus des gesamten Ordens, nachdem die Gemeinschaft der Grande Chartreuse in Frankreich aus ihrem Stammkloster vertrieben worden war.
Die Kirche zeigt Gemälde und Fresken aus dem 17. Jahrhundert an der Kuppel und im Altarraum, die von lokalen Künstlern im Auftrag der Mönche geschaffen wurden. Wer den Kirchenraum betritt, kann erkennen, wie die Kartäuser Stille und Gebet durch kunstvolle Ausgestaltung ihrer Räume unterstützt haben.
Das Kloster ist noch heute eine aktive Glaubensgemeinschaft, daher ist beim Besuch ruhiges und respektvolles Verhalten erforderlich. Am besten besucht man die Anlage außerhalb der Gottesdienstzeiten, da der Zugang zu bestimmten Bereichen für Besucher dann leichter möglich ist.
Im September 1944 versteckten die Mönche Zivilisten und jüdische Flüchtlinge im Kloster, doch die Nazi-Truppen erschossen daraufhin zwölf Mitglieder der Gemeinschaft. Dieser Moment ist in der lokalen Erinnerung fest verankert und macht das Kloster zu einem Ort, der über das Religiöse hinaus Bedeutung trägt.
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