Pasquino, Antike Marmorstatue am Palazzo Braschi, Rom, Italien
Pasquino ist ein stark verwitterter Marmortorso an der Ecke zwischen Piazza Navona und Palazzo Braschi in Rom. Die Figur zeigt Menelaos, der den leblosen Patroklos hält, obwohl die Erosion viele Details unkenntlich gemacht hat.
Arbeiter entdeckten den Torso 1501 bei Ausgrabungen nahe dem Domitiansstadion. Kurz darauf wurde er an der heutigen Stelle aufgestellt und entwickelte sich zu einem Symbol der öffentlichen Meinung in der Stadt.
Im 16. Jahrhundert begannen die Bewohner, anonyme Spottverse an den Sockel zu heften. Diese Tradition verwandelte den Torso in einen Ort des freien Ausdrucks, an dem politische Kritik ohne Konsequenzen geäußert werden konnte.
Die Skulptur steht an einer Straßenecke in der Nähe der Piazza Navona und ist jederzeit zugänglich. Gelegentlich hängen noch heute Zettel mit Botschaften an der Basis, die an die alte Tradition erinnern.
Papst Adrian VI. erwog im 16. Jahrhundert, den Torso in den Tiber zu werfen, weil ihn die kritischen Nachrichten ärgerten. Der Versuch, die Tradition zu beenden, scheiterte jedoch am Widerstand der Bevölkerung.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.