Palazzo Te, Renaissancevilla in Mantua, Italien
Der Palazzo del Te ist eine breite, niedrige, eingeschossige Villa des Manierismus vor den Mauern Mantuas: ein quadratischer Block um einen quadratischen Hof mit vier Eingängen. Die rustizierten Fassaden tragen glatte dorische Riesenpilaster; die Hauptfront ist eine Loggia aus drei Bögen auf Doppelsäulen, die sich in kleinen Fischbecken spiegelt. Im Hof bleiben die Marmorsäulen fast roh, und ein Triglyph scheint im Fries herabzugleiten.
Federico II. Gonzaga wählte die Isola del Te, wo seit 1502 die herrschaftlichen Ställe standen, für einen Lustsitz abseits des Herzogspalasts und seiner Mutter Isabella d'Este. Giulio Romano, ein Schüler Raffaels, errichtete den Rohbau ab 1524 in achtzehn Monaten; danach arbeiteten zehn Jahre lang Stuckateure, Bildhauer und Freskomaler. 1630 plünderten im Mantuanischen Erbfolgekrieg 36.000 Landsknechte Mantua und das Schloss.
Der Name stammt von der Tejeto-Insel, wo einst Pferde der Gonzaga grasten, bevor hier das Herrenhaus entstand. Besucher sehen heute noch, wie die Säle für Empfänge und Feste genutzt wurden, während Wandbilder antike Geschichten erzählen.
Der Palast liegt auf der Isola del Te am Rand der einstigen Sümpfe direkt vor den Mauern Mantuas, wenige Geh- oder Radminuten vom Zentrum entfernt. Das Piano nobile im Erdgeschoss liegt etwas über Straßenniveau, um vor Hochwasser des Mincio zu schützen, daher einige Stufen an den Eingängen. Das Stadtmuseum und die freskierten Säle besichtigt man im selben Rundgang.
Die Anlage besitzt keine Schlafzimmer, da sie nur für Feste und Empfänge diente, nicht als dauerhafter Wohnsitz. Der Herzog nutzte das Anwesen ausschließlich tagsüber für Vergnügungen und kehrte abends in die Stadt zurück.
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