Reschensee, Stausee in Graun im Vinschgau, Italien
Der Reschensee ist ein künstlicher Stausee in Graun im Vinschgau, Südtirol, rund 6 km lang und bis zu 1 km breit, aufgestaut durch einen Damm nahe dem Reschenpass. Vom überfluteten Alt-Graun zeugt nur noch der obere Teil des romanischen Kirchturms von Santa Caterina aus dem Jahr 1357, der aus dem Wasser ragt.
Zwischen 1947 und 1949 entstand durch den Bau eines Staudamms das heutige Gewässer, das den alten Ortskern von Graun vollständig unter Wasser setzte. Nur der Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert blieb sichtbar und markiert seitdem die Stelle des versunkenen Dorfes.
Der Name des Sees geht auf den Reschenhof zurück, einen 1393 als „der Resche“ genannten Hof, benannt nach einem deutschen Übernamen für lebhaft oder munter. Vom versunkenen Alt-Graun zeugt der romanische Kirchturm von 1357; seine Glocken wurden am 18. Juli 1950 entfernt, bevor das Wasser anstieg.
Von Dezember bis März, wenn der See zufriert, werden auf dem Eis Langlauf, Eislaufen, Snowkiten und Eissegeln betrieben. Der Kirchturm der versunkenen Kirche ist dann zu Fuß erreichbar. Der Giro del Lago di Resia fand von 2000 bis 2025 jeden Juli statt, ab 2026 ist er abgesagt.
Der Turm ist der erhaltene romanische Glockenturm der Kirche Santa Caterina d'Alessandria von 1357; die Kirche wurde zwischen 1832 und 1838 neu gebaut, der Turm dabei nicht einbezogen. Seine Glocken wurden am 18. Juli 1950 entfernt, bevor das Wasser anstieg, weshalb die Legende vom Glockenläuten im Winter keine Grundlage hat. 2009 wurde der Turm für rund 130.000 Euro restauriert.
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