Graun im Vinschgau, Alpengemeinde in Südtirol, Italien
Graun im Vinschgau ist eine Gemeinde im nördlichsten Südtirol, die an Österreich und die Schweiz grenzt und sich auf 1520 Metern über dem Meer erstreckt. Die neue Siedlung breitet sich oberhalb des Reschensees aus, während der alte Ortskern unter der Wasseroberfläche liegt.
Die alte Gemeinde versank 1950 im neu angelegten Reschensee, als ein Kraftwerk gebaut wurde und das Tal geflutet werden musste. Nur der mittelalterliche Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert blieb sichtbar und ragt heute noch aus dem Wasser.
Die deutschsprachigen Bewohner nutzen täglich das alte alemannische Idiom, das sich in Ortsnamen und Hausbeschriftungen zeigt. Viele Familien bewirtschaften noch die steilen Bergwiesen rund um den Reschensee und halten so Traditionen lebendig, die vor der Flutung des Tals gepflegt wurden.
Regelmäßige Busverbindungen von Mals aus führen zur Gemeinde und fahren weiter ins österreichische Nauders sowie ins schweizerische Martina. Die Straße um den See ist ganzjährig befahrbar, wobei im Winter häufig Schnee liegt und Winterreifen nötig sind.
Der versunkene Kirchturm wurde zum Wappen der Gemeinde erhoben und steht symbolisch für den Verlust des alten Dorfs. Bei niedrigem Wasserstand tauchen manchmal Grundmauern und Steinreste der alten Häuser auf, die Einheimische noch aus Erzählungen ihrer Großeltern kennen.
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