Gepatschferner, Alpengletscher zwischen Kaunertal und Graun im Vinschgau, Österreich und Italien
Der Gepatschferner ist ein großes Eisfeld an der Grenze zwischen Tirol und Südtirol, das sich über mehrere Kilometer erstreckt und ein wichtiger Wasserspeicher für diese Region ist. Die Gletscherlandschaft zeigt typische Merkmale wie Spalten, Moränen und Gletscherbäche, die den Boden ständig verändern.
Das Eisfeld entstand in der Eiszeit und erreichte seine größte Ausdehnung gegen Ende der Kleinen Eiszeit vor etwa 170 Jahren. Seitdem verliert es durch Klimaveränderungen kontinuierlich an Volumen und zieht sich immer weiter zurück.
Der Name stammt vom romanischen compaccio, „karges Feld“, einem Wort aus dem einst in diesem Grenzraum verbreiteten Rätoromanischen. Am Fernergarten, wo einst die Gletscherzunge endete, steht das 1873 erbaute, denkmalgeschützte Gepatschhaus – die erste Hütte des Deutschen Alpenvereins in Österreich.
Der Gletscher ist keine Fläche, die man zu Fuß begeht; das darüber liegende Skigebiet Kaunertaler Gletscher erreicht man über die Straße vom Talschluss, und die Falginjoch-Gondelbahn ersetzte 2019 die beiden Weißsee-Schlepplifte. Seit 2000 gibt es keinen Sommerskibetrieb mehr, das Gebiet schließt inzwischen Mitte Mai; Snowfarming nach Saisonende im Mai ermöglicht die Wiederaufnahme im Herbst.
Die Gletscherzunge war 1996 noch 250 m mächtig. Ihr Schmelzwasser, der Gepatschbach, verlässt das Eis auf etwa 2080 m Höhe und mündet in den Gepatschspeicher am Talschluss des Kaunertals. Ein kleiner Teil des Eises fließt über die Langtauferer Eiswände nach Südwesten nach Südtirol ab.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 92.962 Mitwirkenden weltweit.