Santa Maria del Patire, Abtei in Corigliano-Rossano, Italien
Die Abbazia del Patire ist eine Steinkirche und ein ehemaliges Kloster am bewaldeten Hang der Sila Greca auf 602 Metern. Die raue Fassade aus beige-, ocker- und rötlichem Mauerwerk ist durch Pilaster in Joche mit hohen Blendbögen gegliedert, drei davon mit vertieften Nischen; eine breite, niedrige Treppe aus hellem Stein führt zum Eingang. Im Osten liegen drei halbrunde Apsiden mit hellem und dunklem Stein und zwei Ziegelreihen, die von Rundbögen mit kleinen runden Öffnungen aus schwarzer Lava und gelbem Tuff abgeschlossen werden.
Das Kloster wurde 1095 von einem griechischen Mönch gegründet und erhielt kurz darauf päpstliche Unabhängigkeit, was ihm erlaubte, zu einem der wohlhabendsten Klöster Süditaliens heranzuwachsen. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten Besitzer und Verwaltung mehrmals, bis das Kloster schließlich aufgegeben wurde.
Das Patire war einst eines der wichtigsten Skriptorien Süditaliens, wo Mönche Manuskripte kopierten und illuminierten. Diese Tradition ist heute noch spürbar, wenn man durch die schlichten Räume geht, in denen diese geduldige Arbeit einst stattfand.
Der Komplex liegt abseits der Hauptstraßen und ist am besten mit dem eigenen Auto zu erreichen. Der Besuch lohnt sich besonders an klaren Tagen, wenn man von dieser Höhe aus die Ebene von Sibari und das Ionische Meer sehen kann.
Der Südeingang des Klosters zeigt Ornamente, die deutlich von islamischen Dekorationstraditionen beeinflusst sind, was zeigt, wie eng die verschiedenen Kulturen im mittelalterlichen Süditalien miteinander in Berührung kamen. Dieser Einfluss ist am Portal direkt sichtbar und überrascht viele Besucher.
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