Madonna del Parto, Ehemalige Felsenkirche in Sutri, Italien
Die Kirche Madonna del Parto aus dem 13.–14. Jahrhundert ist am Fuß des Hügels Savorelli in Sutri vollständig in den Tuff gehauen, sodass von außen nur eine Felswand mit Tür und kleinem Bogenfenster zu sehen ist. Innen führt ein quadratisches Vestibül in einen rechteckigen Saal mit drei Schiffen, die beiderseits durch zehn Tuffpfeiler getrennt sind; das Mittelschiff hat ein Tonnengewölbe, die etwa einen Meter breiten Seitenschiffe flache Decken und eine in den Tuff gehauene Bank am Außenrand. Ein rechteckiger Apsisbereich schließt den Saal.
Der Hypogäum-Raum war, abgesehen von der jüngeren Apsis, ursprünglich ein Mithras-Heiligtum des 1.–2. Jahrhunderts; das Initiationsbecken liegt noch im Boden. Im 4. Jahrhundert wurde er christianisiert, und die zentrale Platte des mithräischen Tauroboliums wurde entfernt; sie ist heute an der Mauer eines Bauernhauses an der via Cassia in La Botte zu sehen. Die in den Tuff gehauene Kirche stammt aus dem 13.–14. Jahrhundert.
Die Kirche verdankt ihren Namen einem Fresko aus dem 14. Jahrhundert mit der Gottesmutter und dem neugeborenen Kind, das später in den geschützten Bereich gebracht wurde. Im Eingangsvorraum zeigen Fresken die Madonna mit Heiligen, den heiligen Christophorus und Szenen aus dem Leben des heiligen Michael von Gargano. In der Apsis sind Reste von Fresken der Geburt Christi erhalten.
Die Kirche ist am Fuß des Hügels Savorelli in den Tuff gehauen, in der archäologischen Zone von Sutri außerhalb des alten Ortskerns, den man zu Fuß verlässt. Der Eingang ist eine Tür in der Felswand, die über eine kurze Treppe aus abgetretenen Steinstufen erreicht wird; im Inneren fällt Tageslicht nur nahe den Öffnungen ein, eine Taschenlampe ist daher nützlich. Die Stätte gehört zum 1988 eingerichteten Parco urbano dell'antichissima Città di Sutri.
Die zentrale Platte des mithräischen Tauroboliums wurde aus dem Boden entfernt und ist heute an der Mauer eines Bauernhauses an der Via Cassia bei der Fraktion La Botte, wenige Meter von der Straße entfernt, zu sehen. Das Taufbecken für die Wasserweihe in die Mithrasmysterien liegt noch im Boden.
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