Duomo di Casertavecchia, Romanische Kathedrale in Casertavecchia, Italien
Die Kirche San Michele Arcangelo steht auf der Kuppe von Casertavecchia und ist aus grauem kampanischem Tuff mit sichtbarem Mauerwerk errichtet. Die Westfassade hat einen Dreiecksgiebel mit drei kleinen Bogenöffnungen über einem Rundbogenfenster und einem zurückgesetzten Portal; drei Portale aus weißem Luni-Marmor durchbrechen die Front. Rechts erhebt sich ein hoher quadratischer Glockenturm mit Biforien in jedem Geschoss und kleinen Ecktürmchen.
Bischof Rainulfo begann die Bischofskirche 1113, wie die Inschrift am rechten Seitenportal der Fassade belegt; eine Bulle desselben Jahres nennt San Michele bereits als Bischofssitz. Unter seinem Nachfolger Nicola wurde weitergebaut, 1153 weihte Bischof Giovanni die Kirche; der Architrav des Hauptportals nennt den Architekten Erugo. Ein zweiter Bauabschnitt im 13. Jahrhundert ergänzte Querhaus, Kuppel und Glockenturm.
Die Kirche heißt weiterhin „il Duomo“, obwohl sie 1841 den Rang der Kathedrale verlor, als Gregor XVI. den Bischofssitz in das neue Caserta in der Ebene verlegte. Der Name San Michele Arcangelo stammt vom Erzengel; das umliegende Dorf hieß im Mittelalter schlicht „Caserta“. Die 18 Säulen im Inneren sind Spolien, überwiegend aus cipollino-Marmor, und ihre Kapitelle sind alle verschieden.
Die Kirche steht oben im Hügeldorf, etwa 10 km von Caserta entfernt, und ist zu Fuß durch die Gassen von Casertavecchia erreichbar; die Fassade liegt im Westen. Sie ist Pfarrkirche, seit 1841 keine Kathedrale mehr. Die Restaurierung von 1926 unter Gino Chierici gab dem Innenraum sein romanisches Aussehen zurück: Sichtmauerwerk aus Tuff und wiederverwendete Säulen statt barocker Stuckaturen.
Die achtzehn Säulen des Langhauses sind Spolien, fast alle aus Cipollino-Marmor, und ihre Kapitelle unterscheiden sich voneinander: die meisten sind korinthisch, drei mittelalterlich. Sie stammen wohl aus einem nahen Jupitertempel am Tifata, daher gleicht keines dem anderen.
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