Palazzo Centi, Barockpalast in L'Aquila, Italien.
Der Palazzo Centi nimmt einen ganzen Block im Viertel Santa Giusta in L'Aquila ein, gegenüber der gleichnamigen Kirche nahe der Piazza del Duomo. Er hat vier freie Fassaden von etwa 42 m auf 36 m, an den Ecken mit ionischen Pilastern über die volle Höhe. Die dreigeteilte Hauptfassade trägt einen Balkon auf sechs um 45 Grad gedrehten Säulen über dem Portal; der Grundriss ist quadratisch um einen Innenhof.
Der Palazzo Centi steht auf einem Bau des 16. Jahrhunderts, der der Familie Alfieri-Ossorio zugeschrieben wird; erhalten ist eine in eine Wand eingravierte Jahreszahl 1556. Nach dem Erdbeben von L'Aquila 1703 kaufte Gian Lorenzo Centi 1747 das Haus und 1752 den gesamten Komplex und ließ ihn bis 1772 in einer spätbarocken Hülle um den älteren Kern neu errichten. Der Entwurf wird Mastro Cola de Cicco zugeschrieben, geboren als Loreto Cicchi aus Pescocostanzo. 1902 wurde der Palast zum Nationaldenkmal erklärt.
Die Familie Centi ließ den Palast teils als Antwort auf ihre Nichtaufnahme in das Patriziat von L'Aquila errichten; der Legende nach baute Lorenzo Centi ihn, um um die Hand einer Nachfahrin der höherrangigen Familie Dragonetti anzuhalten. Über zwei Jahrhunderte blieb er Wohnsitz der Familie, ab Mitte der 1990er-Jahre bis 2009 tagte hier die Präsidentschaft der Region Abruzzen.
Der Palast befindet sich zentral in L'Aquila und ist leicht erreichbar. Das Gebäude wurde nach dem Erdbeben von 2009 restauriert und man sollte aktuelle Öffnungszeiten prüfen, da Instandhaltungsarbeiten noch andauern können.
Unter dem terrassierten Garten neben dem Palast liegt eine große zylindrische Neviera aus Stein, eine der größten Italiens. Sie ist wohl älter als der Palast und diente vermutlich kommerziellen Zwecken, da Schnee ein wichtiges Mittel zur Lebensmittelkonservierung war.
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