Pizzo del Diavolo di Tenda, Berggipfel in der Lombardei, Italien
Der Pizzo del Diavolo di Tenda ist ein 2.914 m hoher, pyramidenförmiger Gipfel auf der Wasserscheide zwischen den Tälern Brembana, Seriana und Ambria an der Grenze zwischen Bergamo und Sondrio. Daneben steht ein fast gleich geformter Nebengipfel, der Diavolino (2.810 m). Am Südhang entspringt der Brembo, während am Fuß der Nordwand kleine Gletscher und Schneefelder liegen.
Der Valtelliner Arzt Alessandro Rossi unternahm im September 1870 die erste bekannte Besteigung, indem er das Val d'Ambria zur Bocchetta di Podavit und dann über die heutige Normalroute aufstieg. Der Bergamasker Bergführer Antonio Baroni bestieg den Gipfel mehrfach: Mit Luigi Brioschi nahm er im Frühjahr 1876 den Südwestgrat, am 5. April 1879 führte er Frau Fadini zur ersten dokumentierten Frauenbesteigung, 1882 folgte die erste Winterbegehung, und 1889 eröffnete er am Südostgrat die Via Baroni. 1902, mit siebzig Jahren, beendete er seine Führungstätigkeit mit der Wiederholung dieser Route und einer schwierigeren Schlussvariante.
Einheimische nennen den Berg im Bergamaskischen Piss del Diàol; zum Namen gehört der Diavolino, ein fast spiegelbildlicher Nebengipfel auf 2.810 m. Bergsteiger gaben dem Gipfel wegen seiner kantigen, regelmäßigen Pyramidenform den Beinamen „Cervino delle Orobie“, ein Matterhorn-Vergleich aus der lokalen Alpinliteratur.
Die Normalroute beginnt in Carona im Val Brembana und folgt dem Weg zur Rifugio Fratelli Calvi; danach geht es hinunter zum Lago Rotondo und weiter Richtung Passo di Valsecca. Oberhalb der Baite di Poris zweigt der Weg nach Norden ab, über steiles Gelände und Moränenschutt zur Bocchetta di Podavit (2.624 m), dann über den Nordwestgrat mit Passagen bis zum II. Grad. Für die rund 1.800 Höhenmeter sind etwa 5 Stunden einzuplanen; über Rifugio Longo und Passo della Selletta lässt sich die Route abkürzen. Aus dem Valtellina steigt man durch das Val d'Ambria von Norden zum selben Pass auf.
Der fast gleich hohe Nebengipfel Diavolino (2.810 m) steht der Hauptspitze gegenüber; 1889 verband Antonio Baroni beide beim Abstieg, und die Überschreitung Diavolino-Diavolo gehört heute zu den meistbegangenen Routen. Die spitze Silhouette brachte ihm den Beinamen „Cervino delle Orobie" ein.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.131 Mitwirkenden weltweit.