Torre della Linguella, Küstenturm in Portoferraio, Italien
Die Torre della Linguella ist ein achteckiger Backsteinturm am Nordende der Bucht von Portoferraio, der 1548 auf den Überresten einer römischen Villa errichtet wurde. Sein unterer Sockel ruht auf sechs seiner acht Seiten direkt auf dem felsigen Ufer, während der obere Teil vorspringt und in einer von steinernen Konsolen getragenen Terrasse endet. In der Mitte der Terrasse befindet sich ein kleiner runder Aufbau, der von außen nicht sichtbar ist.
1548 von den Medici auf den Resten eines römischen Gebäudes bei der Villa della Linguella errichtet, schützte der Turm den Hafen von Portoferraio und diente zugleich als Salzmagazin. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wandelten ihn die Großherzöge aus dem Haus Lothringen in ein Gefängnis um, das nach der Eröffnung des größeren Gefängnisses im Forte Longone in Porto Azzurro Ende des 19. Jahrhunderts geschlossen wurde. Der Anarchist Giovanni Passannante war hier von 1879 bis 1889 inhaftiert.
Einheimische nennen sie noch heute Torre di Passannante, nach dem Anarchisten Giovanni Passannante, der hier von 1879 bis 1889 unter Bedingungen festgehalten wurde, die ihn körperlich und geistig schwächten. Auch der Bandit Carmine Crocco verbüßte einen Teil seiner Haft im Turm, und Sandro Pertini war hier 1933 zweimal und erneut am 9. September 1935 eingesperrt, bevor er nach Ponza gebracht wurde.
Der Turm steht am Nordende der Bucht von Portoferraio; sechs seiner acht Seiten ruhen direkt auf dem felsigen Ufer, sodass man ihn zu Fuß entlang der Uferpromenade erreicht. Ein von der Marina Militare an der Westecke der Mauern angebrachtes, inzwischen mit einem Photovoltaikmodul betriebenes Leuchtfeuer markiert den Ort. Der achteckige Grundriss und die Backsteinverkleidung sind von außen jederzeit sichtbar.
Auf der oberen, von steinernen Konsolen gesäumten Terrasse steht in der Mitte ein kleiner runder Bau, der von außerhalb der Anlage nicht sichtbar ist. Neben dem Turm sind die Reste der römischen Villa della Linguella erhalten, und ein rhythmisches 60-W-Leuchtfeuer mit Photovoltaikmodul an der Westmauer beleuchtet heute nachts den Bereich des Flughafens Portoferraio.
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