Oratorio di Santa Maria in Valle, Langobardischer Tempel aus dem 8. Jahrhundert in Cividale del Friuli, Italien
Das Oratorium Santa Maria in Valle ist ein langobardischer Sakralbau aus dem 8. Jahrhundert im Klosterkomplex von Cividale del Friuli, der durch eine kleine hölzerne Pforte vom Kreuzgang aus zugänglich ist. Der Innenraum gliedert sich in ein erhöhtes Presbyterium und eine quadratische Hauptkammer mit gewölbten Decken, deren Außenmauern von Blendarkaden strukturiert werden.
Der Bau entstand im dritten Viertel des 8. Jahrhunderts als Palastkapelle für den Hof König Astulfs im langobardischen Herzogtum Friaul. Nach dem Ende der langobardischen Herrschaft diente das Oratorium nachfolgenden kirchlichen Gemeinschaften als Andachtsraum.
Der Innenraum zeigt Stuckarbeiten mit sechs weiblichen Figuren an den Seitenwänden, die vermutlich heilige Jungfrauen darstellen und in einer für das 8. Jahrhundert außergewöhnlichen dreidimensionalen Technik gearbeitet sind. Die Fresken im Presbyterium folgen byzantinischen Vorbildern und verbinden lombardische Baukunst mit östlichen Einflüssen.
Der Zugang erfolgt über den Kreuzgang des angrenzenden Klosters durch eine niedrige Holzpforte, die das ursprüngliche Eingangssystem bewahrt. Das Oratorium ist Teil der UNESCO-Welterbestätten seit 2011 und kann im Rahmen des Museumsbetriebs besichtigt werden.
Die Stuckreliefs an den Wänden bewahren stellenweise noch ihre ursprüngliche Farbfassung aus der Bauzeit, obwohl über zwölf Jahrhunderte vergangen sind. Die hölzerne Eingangspforte stammt ebenfalls aus dem frühen Mittelalter und gehört zu den ältesten erhaltenen Holztüren Europas.
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