Tratturo Pescasseroli-Candela, Historischer Viehtreiberpfad in Abruzzo, Italien.
Der Tratturo Pescasseroli-Candela ist ein alter Hirtenweg, der sich über 211 Kilometer durch vier italienische Regionen erstreckt. Sein Verlauf verbindet die Hochlandzone der Abruzzen mit den flachen Küstengebieten Apuliens und durchquert dabei unterschiedlichste Landschaften.
Der Weg wurde bereits in der Römerzeit genutzt und spielte eine wichtige Rolle beim saisonalen Transport von Tierherden. Über viele Jahrhunderte entwickelte sich daraus ein etabliertes System der Weidenwirtschaft, das Bergregionen und Küstengegenden miteinander verband.
Der Weg war über Jahrhunderte hinweg die Lebensader für Schafhirten, die ihre Herden zwischen Bergweiden und küstennahen Ebenen trieben. Diese Tradition ist heute noch in den Dörfern entlang der Route lebendig und prägt das Verständnis der Menschen für ihre Landschaft.
Der Weg kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd erkundet werden und führt durch zahlreiche Dörfer und Landschaften. Es empfiehlt sich, vor dem Aufbruch die eigene Ausdauer zu prüfen, da die Strecken lang sind und das Gelände wechselt.
Der Weg wird oft mit der antiken Via Minucia Traiana in Verbindung gebracht, doch seine tatsächliche Geschichte entstand hauptsächlich aus praktischen Bedürfnissen der Hirten. Diese Unterscheidung zwischen bekannter Legende und gelebter Realität macht den Ort für Geschichtsinteressierte besonders lehrreich.
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